Union Investment: Sechs Thesen zum Kapitalmarktjahr

Jens Wilhelm
Von Von Jens Wilhelm, im Vorstand von Union Investment zuständig für das Portfoliomanagement und Immobilien. (Foto: zvg)

Die Kapitalmärkte sind optimistisch ins Jahr 2021 gestartet. Dafür gibt es trotz anhaltender Pandemie gute Gründe: einen Dreiklang aus konjunkturellem Aufschwung, expansiver Fiskal- und lockerer Geldpolitik. Die wichtigsten sechs Thesen zum Kapitalmarktjahr 2021.

  1. Nach Corona-bedingten Bremsspuren wird Konjunktur im Jahresverlauf Fahrt aufnehmen
    Im ersten Quartal dürfte das Bruttoinlandsprodukt zwar noch schrumpfen, doch im Jahresverlauf sollte die Wirtschaftsaktivität dann spürbar anziehen. Ab dem Sommer dürften dann auch Impfstoffe breiter verfügbar sein und dem Aufschwung eine solide Basis verleihen. Im Gesamtjahr 2021 rechnen wir daher mit einer Zunahme der Wirtschaftsleistung in der Eurozone um 4,9 Prozent.
  2. US-Präsident Biden mit neuen Impulsen für US-Wirtschaft
    Die neue Führung im Weissen Haus verfolgt einen Kurs der wirtschaftlichen Modernisierung im Innern und der verbalen Mässigung im Äusseren. Beides stützt die Kapitalmärkte. Wir rechnen mit einem weiteren Konjunkturpaket gegen Ende des ersten Quartals, unter anderem mit Schwerpunkt auf erneuerbaren Energien. Im Ergebnis sollte das US-Wachstum in diesem Jahr auf 5,5 Prozent klettern.
  3. Mix aus expansiver Fiskal- und lockerer Geldpolitik unterstützt Kapitalmärkte
    Ein Zurückfahren der geldpolitischen Unterstützung steht zunächst nicht auf der Agenda. Dafür spricht neben dem realwirtschaftlichen Hilfsbedarf auch die höhere Inflationstoleranz der Notenbanken. Die Bereitschaft der Politik zu deutlich mehr Schulden wird in der Zeit nach Corona weiter Bestand haben – eine wichtige veränderte Setzung für die Kapitalmärkte in den kommenden Jahren.
  4. Empfehlung auf höherrentierliche Alternativen zu setzen, aber auf sorgfältige Titelauswahl achten
    Aufgrund der anhaltend negativen Realrenditen geht die Enteignung der Sparer bei Anlagen in sicheren Häfen nach Abzug der Teuerung weiter. Auf der Anleihenseite bleiben Papiere mit Zinsaufschlag attraktiv, auch wenn auf einigen Feldern das Potenzial bereits deutlich gesunken ist. Mehr Ertragschancen, aber auch mehr Risiken sehen wir bei hochverzinslichen Anleihen.
  5. Ausblick auf Ende der Coronakrise beflügelt Aktienmärkte, bei der Titelselektion aufmerksam sein
    Die Berichtssaison hat gezeigt, dass viele Unternehmen gut durch die Krise gekommen sind. Im Jahr 2021 dürften die Gewinne deutlich anziehen und auch die Aktienkurse weiter zulegen. Bis zum Jahresende rechnen wir mit einem DAX-Anstieg auf 14’800 Punkte. Aktien sind eine vorausschauende Anlageklasse und nehmen die Überwindung der Pandemie vorweg. Daher gilt es für Investoren, nicht zu spät auf den Zug aufzuspringen.
  6. Immobilien sind wichtiger Baustein in der Vermögensstruktur
    Negative Realrenditen sprechen für Sachwerte, insbesondere wenn sie einen starken Cashflow mit stabilen Erträgen verbinden. Das ist bei hochwertigen Immobilien der Fall. Für Fondslösungen spricht in der aktuellen Lage der Diversifikationsgedanke. Regionale Streuung sowie unterschiedliche Nutzungsarten und Mieter dämpfen die Corona-Effekte erheblich. Nach Verarbeitung der Pandemiebelastungen sehen wir gute Chancen für eine solide Mietertragsentwicklung. (Union Investment/mc/ps)

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