Unis und Forscher wollen 332 Mio CHF mehr Mittel bis 2020

ETH Zürich
ETH Zürich. (Foto: ETH)

Der ETH-Bereich soll mindestens 160 Mio CHF mehr erhalten: ETH Zürich. (Foto; ETH)

Bern – Hochschulen und Forschungsinstitutionen gehen in die Offensive: Nach der Kritik an der vom Bundesrat Ende Februar verabschiedeten BFI-Botschaft 2017-2020 fordern sie nun finanzielle Korrekturen. Mindestens 332 Mio CHF müssten zusätzlich lockergemacht werden.

Während der Bundesrat für die Förderung von Bildung, Forschung und Innovation in den Jahren 2017-2020 (BFI-Botschaft 2017-2020) nur noch ein durchschnittliches jährliches Mittelwachstum von 2 Prozent vorsieht, wollen die Akteure des Bildungs- und Forschungsplatzes 3,2%. «Davon konnten wir ausgehen», teilte das Netzwerk FUTURE am Dienstag mit.

Hinter dem Netzwerk stehen swissuniversities, der Schweizerische Nationalfonds, die Akademien der Wissenschaften und der ETH-Rat. Sie alle fordern eine Erhöhung der Grundbeiträge für Hochschulen um insgesamt mindestens 95 Mio CHF. Bei den Unis belaufe sich der finanzielle Mehrbedarf auf mindestens 55 Mio CHF, bei den Fachhochschulen auf 40 Mio CHF.

Zusätzlich benötige der ETH-Bereich eine Aufstockung des Zahlungsrahmens um mindestens 160 Mio CHF. Der Schweizerische Nationalfonds müsse mit weiteren 60 Mio CHF gefördert werden. Schliesslich brauchten auch die Kommission für Technologie und Innovation (KTI) und die Akademien der Wissenschaften zusätzliche 10 respektive 7 Mio CHF.

«Vorreiterrolle gefährdet»
Falls die gewünschten Korrekturen nicht gemacht würden, sei die Führungsrolle des Bildungs- und Forschungsplatzes Schweiz gefährdet. Die Hochschulen und Forschungsinstitutionen könnten die vom Bundesrat festgelegten Ziele nicht in Angriff nehmen.

Konkret reichten die vom Bundesrat geplanten Grundbeiträge nicht aus, um das Wachstum der Studierendenzahlen an Fachhochschulen zu bewältigen und gleichzeitig die hohe Qualität der Lehre zu gewährleisten. Mit den für die nächsten vier Jahre vorgesehenen Finanzmitteln könne auch die ETH in richtungsweisenden Forschungsbereichen keine Vorreiterrolle übernehmen.

«Bildung und Forschung sind überproportional von den Sparmassnahmen des Stabilisierungsprogramms 2017-2019 betroffen», schreiben die Unis und Forschenden in der Mitteilung. Diese Ausgangslage zwinge die Verantwortlichen, «substanzielle Verzichte hinzunehmen». Diese hätten für Mitarbeitende, Studierende und Standorte weitreichende Konsequenzen.

Die Unsicherheit bezüglich der künftigen Beteiligung der Schweiz am europäischen Forschungsrahmenprogramm (Horizon 2020) verschlimmere die Situation zusätzlich. Noch ist Zeit, das Ruder herumzureissen. Die Finanzkommission des Nationalrats informiert am Dienstagabend über den BFI-Rahmenkredit. Bald kommt das Geschäft ins Parlament. (awp/mc/ps)

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