USA drohen Island mit Handelssanktion wegen Walfangs

Finnwal

Finnwal.

Washington – Die USA haben den Walfang in Island verurteilt und erwägen Handelssanktionen gegen den europäischen Inselstaat. Das Land missachte das Fangverbot der Internationalen Walfangkommission (IWF), sagte Handelsminister Gary Locke laut einer am Mittwoch in Washington verbereiteten Mitteilung. «Der Export von Finnwalfleisch bedroht eine gefährdete Art und unterläuft weltweite Bemühungen, Wale zu beschützen.»

Locke empfahl US-Präsident Barack Obama, binnen sechs Monaten auch diplomatische Massnahmen zu prüfen. Grundlage für die angedrohten Restriktionen ist ein Artikel («Pelly-Amendment») im Gesetz zum Schutz von US-Fischereiflotten. Er berechtigt die Regierung nach Auskunft Lockes, die Einfuhr isländischer Produkte zu verbieten. Obama hat 60 Tage Zeit, um über solche Sanktionen zu entscheiden. Die Vereinigten Staaten gehören neben der EU zu dem wichtigsten Absatzmarkt für die Fischerei-Industrie des Landes. Umweltschützer begrüssten den Vorstoss, der Island ihrer Meinung nach wahrscheinlich zum Umdenken anregen werde.

Island zeigt sich überrascht
Island zeigte sich von dem Schritt überrascht. Der Walfang sei nach wissenschaftlichen Erkenntnissen ohne Zweifel unschädlich. So würden von geschätzten 70’000 Minkwalen jährlich 216 gefangen und 154 Finnwale von 20 000. «Islands Walfang ist völlig legal und der Handel mit Walprodukten erfolgt gemäss internationalen Bestimmungen», sagte der isländische Fischereiminister Jón Bjarnason am Mittwoch laut einer Mitteilung. (awp/mc/ps)

US-Handelsministerium

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