Verschärfung der Knappheit am Immobilien-Transaktionsmarkt erwartet

Verschärfung der Knappheit am Immobilien-Transaktionsmarkt erwartet
(Foto: Unsplash)

Zürich – Wenig Angebot, viel Nachfrage: Das beschreibt in etwa das Dilemma, in dem der Schweizer Immobilienmarkt steckt. Und auch im laufenden Jahr dürfte sich die Situation nicht verbessern – im Gegenteil.

Der Immobilienbewerter JLL hat Anfang des Jahres eine Umfrage unter Anlageverantwortlichen der aktiven Immobilien-Investoren durchgeführt. Die Teilnehmer erwarten demnach eine Verschärfung des Nachfrageüberhangs, wie aus der nun veröffentlichten Studie hervorgeht. Es dürften weniger beabsichtigte Veräusserungen auf mehr beabsichtigte Akquisitionen treffen. Diese Marktdynamik stelle eine grosse Herausforderung dar, hiess es.

Viele Akquisitionen geplant
Das geplante Akquisitionsvolumen hat laut der Umfrage gegenüber dem Vorjahr nochmals deutlich um knapp 20 Prozent zugenommen und erreicht mit 19,8 Milliarden Franken ein neues Rekordvolumen. Es sei aber fraglich, ob das geplante Volumen auch tatsächlich umgesetzt werden könne, so JLL.

Wie bereits im vergangenen Jahr sei eine erneute Erhöhung der Preisbereitschaft zu erkennen. 29 Prozent der Investoren wollen sie steigern. Bemerkenswert sei zudem, dass noch weniger Investoren als im Vorjahr eine Reduktion ihrer Preisbereitschaft beabsichtigen.

Auffallend sei auch, dass vor allem kleinere Marktteilnehmer vom angespannten Finanzierungsumfeld durch die strengeren Eigenkapital- und Liquiditätsvorschriften von Basel III betroffen seien. Grosse Investoren blieben hiervon meist durch ihren hohen Eigenkapitaleinsatz unberührt.

Regionale Verschiebungen
Bei der regionalen Präferenz zeichnet sich eine gewisse Verschiebung ab, erklärt JLL weiter. So verlieren die Grosszentren gegenüber dem Umland weiter an Beliebtheit. Beeinflusst werde dies messbar durch bestehende oder drohende Überregulierung.

So landet beispielsweise die Region Zürich auf dem Spitzenplatz und wird von etwa zwei Dritteln der Investoren als bevorzugte Region genannt, während die Stadt Zürich nur auf dem sechsten Rang landet. Auch mit Blick auf Genf liege das Einzugsgebiet vor der Stadt. Und während die Nordwestschweiz grundsätzlich hoher Beliebtheit erfreue, stelle die Stadt Basel einen Ausreisser dar und lande nur noch knapp vor der Südschweiz mit dem Tessin auf dem vorletzten Platz.

Bei den einzelnen Immobilienkategorien punkten weiterhin Wohnliegenschaften, während gewerblich genutzte Liegenschaften aus den Bereichen Logistik, Datenzentren und Infrastruktur im Mittelfeld liegen. Der Detailhandel, Shopping Center und Ferienhotels bleiben auf den hinteren Rängen.

Insgesamt haben 179 Investoren an der diesjährigen Umfrage teilgenommen, darunter Kapitalgesellschaften, Pensionskassen und Versicherungen, aber auch private Investoren. Diese hielten Schweizer Immobilieneigentum im Gesamtwert von rund 366 Milliarden Franken. Damit werde rund 80 Prozent des Gesamtmarktes abgedeckt, so JLL. (awp/mc/pg)

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