VP Bank Spotanalyse: PMI Schweiz erholt sich leicht

Bernd Hartmann

Von Bernd Hartmann, Leiter Investment Research der VP Bank.

Vaduz – Der leichte Anstieg des Einkaufmanagerindex in der Schweiz im Oktober vermag die Konjunktursorgen nur unwesentlich zu mildern. Entgegen des immer noch optimistischen Kof Konjunkturbarometers deutet die Stimmungsumfrage auf Unternehmensebene tendenziell auf eine abnehmende Wirtschaftsleistung hin. Nach einem Minus von 0.1% im zweiten Quartal dürfte die Schweizer Wirtschaft auch im dritten Quartal nicht gewachsen sein.

Die Konjunkturprobleme in der Eurozone wirken sich immer stärker auch auf die Schweizer Wirtschaft aus, was nicht zuletzt die zahlreichen Massenentlassungen in den vergangenen Wochen bestätigen. Während die Binnennachfrage einigermassen stabil bleibt, leiden insbesondere das Gastgewerbe und die Exportindustrie unter der Nachfrageflaute aus dem Ausland.

US-Einkaufsmanagerindex: Nicht nur ein Strohfeuer
Der Einkaufsmanagerindex hält sich in den USA auch im Oktober über der Marke von 50 Punkten. Unmittelbare Konjunktursorgen dürften vorerst etwas in den Hintergrund treten. Für mehr als einen verhaltenen Optimismus reicht dies jedoch nicht. Zu Recht, denn unabhängig von den verhaltenen Neuaufträgen in der Industrie steht den USA ein heisser Winter bevor. Der Wahlausgang kommende Woche wird einen wesentlichen Einfluss auf das Wachstum im kommenden Jahr haben. Dies jedoch nicht aufgrund der jeweiligen Wirtschaftspolitik der beiden Parteien, sondern infolge der Entscheidungsfindung über die Reduktion des «Fiscal Cliff» zum Jahresende. Ohne Einigung zur Abschwächung der Massnahmen zur Haushaltskonsolidierung wird die US-Wirtschaft im ersten Halbjahr 2013 in eine Rezession fallen.

US-Konsumentenvertrauen: Verunsicherung lässt weiter nach
Die Stimmung der US-Konsumenten hellt sich weiter auf. Verbesserte Konjunkturdaten, steigende Einkommen und ein tieferer Ölpreis erhöhen die Konsumlaune der amerikanischen Haushalte. Aber auch die lange ersehnte Erholung am Immobilienmarkt macht sich über den Vermögenseffekt positiv bemerkbar. Angesichts der schwachen Investitionstätigkeit ist es von grosser Bedeutung, dass die Stimmungsaufhellung der Haushalte weiter anhält. Vieles wird in den kommenden Monaten davon abhängen, ob die Konsumenten ihre Ausgaben weiterhin in gleichem Umfang ausweiten. Bislang scheint die Angst vor dem «Fiscal Cliff» zum Jahresende noch nicht auf die Stimmung zu drücken. Die Aussicht auf einen kompletten Wegfall der Steuergeschenke dürfte die Unsicherheit der Haushalt zunehmend ansteigen lassen, je länger eine mögliche Einigung der beiden Parteien auf sich warten lässt. (VP Bank/mc/ps)

 

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