VP Bank Spotanalyse Schweiz: SNB gewährt dem Franken Aufwertungsraum

Thomas Gitzel
von Thomas Gitzel, Chief Economist VP Bank. (Foto: VP Bank)

Vaduz – Die Einlagen von Bund und Banken liegen in der Woche zum 26. November nahezu unverändert bei 719.4 Mrd. CHF (Vorwoche: 719.3 Mrd. CH).

Die Schweizerischer Nationalbank gesteht dem Franken Kursgewinne zu. Selbst Notierungen von unter 1.05 gegenüber dem Euro sind für die eidgenössischen Währungshüter kein Tabuthema mehr. Dies zeigt die jüngste Entwicklung der Sichteinlagen: Letztere blieben in den vergangenen drei Wochen nahezu unverändert und gelten als Indikator für die Aktivität der SNB an den Devisenmärkten. Der grosse Aufschrei der Schweizer Industrie über die Kursgewinne der Schweizer Valuta blieb bislang aus. Das verarbeitende Gewerbe scheint sich mit dem starken Franken arrangiert zu haben. Dies zeugt auch gleichzeitig von einer wirksamen Wettbewerbsfähigkeit der eidgenössischen Unternehmen.

Die SNB stemmt sich also nicht grundsätzlich gegen Aufwertungen des Franken. Dies heisst jedoch nicht, dass die Notenbanker die Hände ganz in den Schoss legen. Seit Anfang Oktober haben die Sichteinlagen um rund 5 Mrd. CHF zulegt, was zumindest auf eine gewisse Aktivität der Schweizerischen Nationalbank schliessen lässt. Vermutlich sollen damit abrupte Aufwertungen verhindert werden. Es dürfte der SNB also derzeit vornehmlich um eine Glättung der Aufwertungsbewegung gegenüber dem Euro gehen.

Sollte sich der globale Aufschwung im kommenden Jahr fortsetzen und sich damit auch die Unsicherheiten über den weiteren Verlauf der Corona-Pandemie legen, dürfte der Franken gegenüber dem Euro zur Schwäche neigen. In diesem Fall können dann die eidgenössischen Währungshüter erst recht mit grosser Gelassenheit auf die Entwicklung des Franken schauen. (VP Bank/mc/ps)

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