Werkplatz Schweiz: Der Fokus zielt aufs Ausland

Werkplatz Schweiz: Der Fokus zielt aufs Ausland

(© Deloitte)

Zürich – Der Werkplatz Schweiz wurde 2008 von der globalen Finanzkrise herausgefordert – und sieht sich heute mit globalem Wettbewerb, Frankenstärke, Innovationsdruck und dem Risiko einer Deindustrialisierung konfrontiert. Das Prüfungs- und Beratungsunternehmen Deloitte hat die Herausforderungen und Chancen des Werkplatzes Schweiz mit Fokus auf die MEM-Industrie im Herbst 2012 untersucht und die Ergebnisse im neuen «Weissbuch Werkplatz Schweiz» veröffentlicht. Deloitte sieht die kontinuierliche Anpassungsfähigkeit der Unternehmen seit 2008 als eine grosse Stärke.

Deloitte hat eine Analyse des Werkplatzes Schweiz, mit Fokus auf die Maschinen-, Elektro-, und Metall-Industrie (MEM), im Herbst 2012 durchgeführt. Dabei wurden die Herausforderungen und Zukunftsaussichten der Schweizer MEM-Industrie im globalen Wettbewerb untersucht und Führungskräfte sowie Industrieexperten befragt. Der Werkplatz Schweiz ist in den letzten Jahren vermehrt unter Druck geraten. Gründe sind das unsichere makroökonomische Klima, der zunehmende globale Wettbewerb und der Innovationsdruck. Die Erschliessung neuer Wachstumsmärkte im Ausland ist zentral für den Erfolg der meist international oder global agierenden Unternehmen. Trotz der aktuellen Herausforderungen beurteilt fast ein Fünftel der befragten Unternehmen die Erfolgsaussichten für den eigenen Betrieb positiv.

Mehr Produktion im Ausland
65% der befragten MEM-Unternehmen betrachten die Lokalisierung – die Anpassung ihrer Produkte an die Bedürfnisse ihrer Kunden in den neuen Wachstumsmärkten – als die wichtigste zukünftige Massnahme für ihre erfolgreiche Positionierung im globalen Markt. Entsprechend erwarten 90% der Unternehmen mehr ausländische Produktionsanlagen in den nächsten Jahren und 82% eine Verringerung der einheimischen Produktion.

Ralf Schlaepfer, Managing Partner Manufacturing Industry Deloitte, erklärt: „Diese Verlagerung ist nicht automatisch ein Anzeichen für eine drohende Deindustrialisierung der existierenden Schweizer Standorte, sondern resultiert aus dem Aufbau von kundennahen Produktionsanlagen in den Wachstumsmärkten.“

Innovationsstandort Schweiz
Gut die Hälfte der MEM-Unternehmen plant, in den nächsten Jahren vermehrt in Forschung & Entwicklung zu investieren. Eine stärkere Ausrichtung ins Ausland ist allerdings auch hier spürbar: 55% der befragten Unternehmen glauben, dass sich ihre F&E Ausgaben im Ausland erhöhen werden. Nur 35% rechnen mit einer Erhöhung in der Schweiz.

Markus Koch, Partner bei Deloitte Schweiz, erläutert: „Die Schweiz hat eine lange Tradition als Forschungsstandort – auch in der MEM-Industrie. Die MEM-Unternehmen schätzen die
Schweiz als Ort für hochkarätige Forschung und investieren nach wie vor. Der Aspekt der kundennahen Innovation vor Ort wie auch ein vertieftes Verständnis der Kundenindustrien wird aber immer wichtiger. Innovative, lokale Entwicklungen können wiederum auf den globalen Märkten verkauft werden.“

Im Standort Schweiz liegt Potential
Gemäss dem Deloitte Weissbuch haben die MEM-Unternehmen noch viel Potential, um ihre Position im globalen Wettbewerb zu stärken. Produktivitätssteigerung (nicht nur aber auch im Supply Chain Management), eine bessere Ausnützung der Wachstumsmärkte, Talentförderung im Markt Schweiz sowie Kostenreduktion gehören dazu.

Markus Koch erklärt: „Es gibt viele Wachstumsmärkte über die BRICS-Staaten hinaus, in denen unsere Unternehmen ihre Präsenz noch stärken können: Die Türkei, Indonesien und Kolumbien sind nur einige Beispiele. Viele Unternehmen sehen auch Potential in Afrika als einem möglichem Zukunftsmarkt der nächsten Generation.“ (Deloitte/mc/ps)

Über das «Deloitte Weissbuch Werkplatz Schweiz»
Deloitte hat die aktuellen Herausforderungen der Schweizer MEM-Industrie analysiert. Basis der Analyse bildet eine Befragung von 40 Führungskräften von Schweizer MEM-Unternehmen, die von September bis Oktober 2012 durchgeführt wurde sowie ein Dutzend persönliche Interviews mit CEOs, CFOs und anderen Experten aus Industrie, Behörden und Hochschulen. Eine Analyse des Werkplatzes Schweiz ist in diesem Umfang in der Schweiz bisher nicht durchgeführt worden.
Die vollständigen Studienresultate von Deloitte finden Sie hier.

Über Deloitte in der Schweiz
Deloitte ist ein führendes Prüfungs- und Beratungsunternehmen in der Schweiz und bietet branchenspezifische Dienstleistungen in den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Consulting und Corporate Finance. Mit rund 1‘100 Mitarbeitenden an den sechs Standorten Basel, Bern, Genf, Lausanne, Lugano und Zürich (Hauptsitz) betreut Deloitte Unternehmen und Institutionen jeder Rechtsform und Grösse aus allen Wirtschaftszweigen. Deloitte AG ist eine Tochtergesellschaft von Deloitte LLP, dem Mitgliedsunternehmen in Grossbritannien von Deloitte Touche Tohmatsu Limited (DTTL). Über DTTL sind deren Mitgliedsunternehmen mit rund 200‘000 Mitarbeitenden in mehr als 150 Ländern auf der ganzen Welt vertreten.

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