Wie Corona die Schweizer Arbeitswelt prägt

Home Office
(Photo by Bench Accounting on Unsplash)

Zürich – Die Corona-Pandemie hat die Arbeitswelt auf den Kopf gestellt. Innerhalb kürzester Zeit haben sich Prozesse, Haltungen, Arbeitsorte, Führungsverhalten und vieles mehr verändert. Nach dem Lockdown sind New Work-Modelle vermehrt Realität und neue Normalität. Eine Umfrage von Mitte September unter Schweizer XING-Mitgliedern zeigt, wie die Corona-Pandemie ihre Arbeitswelt prägt.

Der Stellenwert der Arbeit ist für den Grossteil der Befragten in der Schweiz – 77 Prozent – derselbe wie vor der Pandemie. Allerdings haben sich die Haltung und Prioritäten durch die Krise verschoben: Für 22 Prozent ist es heute wichtiger, einen sicheren Job zu haben. Gleichzeitig ist es für 20 Prozent der Befragten seit der Corona-Pandemie wichtiger, einen Job zu haben, den sie wirklich gerne machen und der sinnerfüllend ist.

Work-Life-Balance 2.0
Rund zwei Drittel der Befragten (67 Prozent) haben ihre individuelle Work-Life-Balance im Zuge der Pandemie neu definiert: Für knapp ein Viertel (22 Prozent) sind Familie und Freunde stärker in den Fokus gerückt. Ein gemischtes Bild ergibt sich hinsichtlich Trennung von Privatleben und Beruf: Bei 21 Prozent gehen Arbeit und Freizeit heute viel selbstverständlicher ineinander über. Dagegen ist es für 17 Prozent der Befragten seit der Corona-Pandemie noch wichtiger geworden, Arbeit und Freizeit bewusst voneinander zu trennen.

Investitionen ins Homeoffice
An der Arbeitssituation, dem Arbeitsort und den Rahmenbedingungen hat sich für die befragten XING Mitglieder in den letzten Monaten vieles geändert: 73 Prozent von ihnen arbeiteten in den letzten Wochen im Homeoffice. Investitionen in den Arbeitsplatz zu Hause erfolgten sowohl durch die Berufstätigen wie auch durch ihre Arbeitgeber. Rund die Hälfte (54 Prozent) der befragten XING Mitglieder in der Schweiz hat selbst in technisches Equipment investiert: Die meisten davon (31 Prozent) in technische Gadgets wie Headsets, Kopfhörer oder Webcams. Aber auch in neue Computer oder Laptops (8 Prozent) und eine bessere Internetverbindung (9 Prozent) wurde investiert.

14 Prozent der Befragten, die selbst Geld ins Homeoffice investiert haben, gaben dafür mehr als 1’000 Franken aus, 21 Prozent war die bessere Ausstattung zuhause zwischen 500 und 999 Franken wert und rund drei Viertel (46 Prozent) hat zwischen 100 und 499 Franken investiert.

37 Prozent der Befragten wurden von ihren Arbeitgebern bei der Homeoffice-Ausstattung unterstützt. Auch hier wurde primär in technisches Equipment wie Headset, Kopfhörer, Webcams und Laptops investiert.

Schweizer Berufstätige fordern neue Entlohnungsmodelle
85 Prozent der befragten XING-Mitglieder aus der Schweiz sind der Meinung, dass aufgrund der Erfahrungen aus der Corona-Pandemie über neue Entlohnungsmodelle, die nicht mehr auf der Arbeitszeit basieren, nachgedacht werden sollte. 30 Prozent sind der Meinung, dass Leistung und das Erreichen von Zielen honoriert werden sollten, nicht die eingesetzte Zeit. Ein Drittel (33 Prozent) sagt, dass es an der Zeit ist, gänzlich neue Modelle zu entwickeln.

Das Büro ist, wo Du bist
Homeoffice bedeutet nicht für alle automatisch «Home» bzw. zu Hause zu arbeiten: 18 Prozent der Befragten in der Schweiz gaben an, dass sie ortsunabhängig fast überall dort arbeiten, wo es eine gute Internetverbindung gibt. Jeweils 4 Prozent haben in den vergangenen Monaten in Cafés oder im öffentlichen Raum, wie beispielsweise in Parks, gearbeitet und 3 Prozent haben gemeinsam mit Freunden oder Kollegen im Homeoffice gearbeitet.

Dass Arbeit und Leben immer hybrider werden und sich konzentriertes, produktives Arbeiten im Homeoffice und soziale Kontakte bzw. der persönliche Austausch am Arbeitsplatz abwechseln, unterstreicht auch das aktuelle NWXnow Thesenpapier mit sieben NEW WORK Trends.

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