WM-Hauptsponsor Adidas wird Sportartikel entgiften

Greenpeace

Proteste gegen Adidas, wie hier in Südkorea, zeitigen Erfolge. (Foto: Clement Tang / Greenpeace)

Zürich – Als Reaktion auf die Detox-Kampagne von Greenpeace hat der Adidas-Konzern heute einen neuen Fahrplan zur Entgiftung seiner Produktion angekündigt. Der Aktionsplan des offiziellen Sponsors der Fussballweltmeisterschaft in Brasilien beinhaltet die Eliminierung per- und polyfluorierter Chemikalien (PFC) sowie wichtige Meilensteine zur vollständigen Transparenz in der Lieferkette.

«Der Druck von Sportfans weltweit hat gewirkt – rechtzeitig vor WM-Anpfiff macht Adidas entscheidende Schritte nach vorn und übernimmt eine Führungsrolle in der Sportartikelbranche», wird Mirjam Kopp, Toxics-Campaignerin von Greenpeace Schweiz, in einer Mitteilung zitiert. Adidas verpflichtet sich sicher zu stellen, dass bis 2017 99% seiner Produkte und bis 2020 alle seine Produkte PFC-frei sein werden. PFC machen Kleidung und Schuhe schmutz- und wasserabweisend, doch in der Umwelt sind sie persistent und können das Immunsystem und das Fortpflanzungssystem schädigen.

Höhere Transparenz in der Lieferkette
Auch bezüglich der Transparenz in der Lieferkette hat sich Adidas ehrgeizige Ziele gesetzt. Damit die betroffenen Menschen in den Produktionsländern erfahren können, aus welchen Fabriken welche Schadstoffe in ihre Gewässer gelangen, wird Adidas bis Ende 2014 die Abwasserdaten von 99 Prozent aller Lieferanten in China veröffentlichen. Bis Mitte 2016 sind es 80 Prozent aller Abwasserdaten weltweit. Insbesondere China ringt mit einer gewaltigen Gewässerverschmutzung, an der auch die Textilindustrie schuld ist: Etwa die Hälfte der ländlichen Bevölkerung hat keinen Zugang zu Trinkwasser, das internationale Standards erfüllt.

Sportfirmen wie Nike und Puma müssen jetzt nachziehen
Adidas hatte sich bereits vor drei Jahren für eine giftfreie Produktion bis 2020 verpflichtet, bislang fehlten aber glaubwürdige Schritte auf dem Weg dorthin, so Greenpeace in der Mitteilung weiter. Im Mai hatte ein Greenpeace-Report bei Adidas, Nike und Puma eine ganze Palette von Schadstoffen in ihren WM-Produkten nachgewiesen. Der höchste PFC-Wert wurde in einem in der Schweiz gekauften Schuh-Paar des Modells «Predator» gemessen; er überstieg den firmeneigenen Grenzwert von Adidas 14-fach.

Tausende von Sportfans, Freiwilligen und CyberactivistInnen haben sich an Adidas gewendet und giftfreie Produkte gefordert. In mehr als 30 Städten in Europa, Asien und Lateinamerika protestierten Greenpeace-Aktivistinnen und -Aktivisten vor Adidas-Geschäften, während tausende ein Protestmail an CEO Herbert Hainer schickten. Mit einer Online-La-Ola-Welle (https://vine.co/tags/DetoxWave) forderten zudem Konsumentinnen und Konsumenten weltweit Adidas auf, endlich Sportartikel ohne Gift herzustellen. «Globale Firmen wie Adidas haben die Macht und die Verantwortung, gefährliche Gifte aus der Produktion zu kicken. Jetzt ist es Zeit für Nike und Puma, endlich nachzuziehen», sagt Mirjam Kopp. (Greenpeace/mc)

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