Zahnschmerzen rauben Spitzensportlern Energie

Leichtathletik

Spitzensportler: Zähne werden zu wenig gepflegt. (Bild: Start zum 100-m-Lauf bei „Weltklasse in Zürich“)

London – Zahnschmerzen haben bei rund einem Fünftel der Sportler, die an den Olympischen Spielen in London teilgenommen haben, sowohl das Training als auch die Leistungen negativ beeinflusst. Das im British Journal of Sports Medicine veröffentlichte Ergebnis war auch Thema auf der Konferenz Oral Health and Performance in Sport. Zahnschmerzen können den Schlaf und das Training stören. Eine Entzündung des Zahlfleisches beeinflusst den ganzen Körper und verschlechtert damit die Leistung erheblich.

Winzige Vorteile entscheidend
Laut den Experten macht jedoch selbst eine gute Zahnpflege einen Wochenendsportler nicht gleich zu einem Olympiateilnehmer. Bei Spitzensportlern können winzige Vorteile jedoch zwischen Sieg und Niederlage entscheiden. Laut Ian Needleman vom International Centre for Evidence-Based Oral Health sind Auswirkungen auf den Spitzensport durchaus denkbar.

„Es geht in diesem Bereich um die Ansammlung winziger Vorteile. Die Zahngesundheit könnte hier einen entscheidenden Einfluss haben“, so Needleman. Die bei den Olympischen Spielen 2012 in London durchgeführten Tests haben gezeigt, dass ein grosser Anteil der jungen Sportler, die körperlich in Bestform waren, Probleme mit den Zähnen hatten. „Ein grosser Anteil der Studienteilnehmer berichtete, dass diese Probleme Auswirkungen auf ihr Training und ihre Leistung hatten.“

Boxprofis müssen zum Zahnarzt
Bei GB Boxing wird bereits versucht, die Zahnhygiene zu verbessern. Fachmann Mike Loosemore zufolge hat sich gezeigt, dass Zahnprobleme die Boxer beim Training beeinträchtigen und letztlich verhindern, dass sie noch etwas fitter werden. „Das kann Auswirkungen haben, wenn sie in den Ring steigen.“

Die Lage hat sich den Sportmedizinern nach der Einführung regelmässiger Untersuchungen aber verbessert, auch wenn sie bei den Sportlern nicht immer beliebt sind. „Sie gehen nicht gerne zum Zahnarzt. Sie wollen lieber trainieren“, weiss Loosemore. Es sei zwar in Ordnung, dass die Sportler dies derzeit nicht zu schätzen wissen. Er hofft jedoch, dass die Wertschätzung spätestens dann kommt, wenn sie bei den Olympischen Spielen in Rio 2016 Goldmedaillen gewinnen. (pte/mc/ps)

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