ZKB sieht am Zürcher Bauhimmel Wolken aufziehen

Bau
(Photo by EJ Yao on Unsplash)

Zürich – Noch hält der Bauboom im Kanton Zürich an. Doch es bilden sich am Bauhimmel allmählich Wolken. Die Bautätigkeit konzentriert sich weiterhin auf den Mietwohnungsmarkt. Das Angebot an Wohneigentum bleibt rar.

In der Wohnbautätigkeit zeichnet sich eine Sättigung ab, schreibt die ZKB in der jüngsten Ausgabe ihres Immobilienbarometers für das 4. Quartal 2019. Dafür spricht die Entwicklung der Baubewilligungen, aus der auf die zukünftige Wohnbautätigkeit geschlossen werden kann. Nur in der Stadt Zürich, Horgen und Winterthur scheine die Bautätigkeit in den nächsten zwei Jahren robust zu bleiben.

2017 waren noch mehrere Grossprojekte bewilligt worden. Das sorgte 2019 für eine Rekordzahl an neuen Wohnungen und auch 2020 wird es kaum weniger neue Wohnung geben. Im Jahr 2019 ging die Zahl der Bewilligungen allerdings zurück.

2019 dürften im Kanton Zürich laut Schätzungen der ZKB 10’500 Wohnungen erstellt worden sein. 2020 dürfte die Zahl auf 10’000 leicht sinken.

Baubewilligungen benötigen mehr Zeit
2019 lag die Zahl der neu zum Bau bewilligten Wohneinheiten über den gesamten Kanton Zürich um 28 Prozent unter dem Rekordjahr 2017. Als Gründe nennt die ZKB die steigende Komplexität der Neubauprojekte. Die durchschnittliche Bewilligungsdauer für Mehrfamilienhäuser lag im Jahr 2019 bei rund 210 Tagen und für Grossprojekte gar bei 290 Tagen. Einfamilienhäuser werden bereits nach 140 Tagen bewilligt.

Der Anstieg der Bewilligungsdauer habe bereits im Jahr 2009 begonnen und gehe mit dem Anlagenotstand einher. Da institutionelle Anleger und Pensionskassen mehr Grossprojekte realisierten, absorbierten sie wohl die Kapazitäten von den Bauämtern der Gemeinden. Zudem führe die von der Gesellschaft und Politik forcierte Verdichtung zu mehr Einsprachen und damit zu längeren Bewilligungszeiten.

Mieten in den Städten ziehen an
Der Schweizer Mietermarkt bewegt sich nach einer Durststrecke wieder im leicht positiven Bereich. Die positivere Mietpreisentwicklung ist aber mehrheitlich von den Städten getrieben, wobei die hohen Leerstände auf dem Land nach wie vor die Mietpreise drücken. Der Anstieg gehe auch mit einer hohen Zuwanderung im September einher, schreibt die ZKB. Schweizweit rechnet die ZKB 2020 mit einer Nettozuwanderung wie im Vorjahr von rund 54’000.

In der Stadt Zürich stiegen die Angebotsmieten gegenüber dem Vorjahr um 3,3 Prozent. Für 2020 wird ein Wert von 3,0 Prozent erwartet.

Die rege Nachfrage nach Wohneigentum trifft also auf ein knappes Angebot. Der Zürcher Wohneigentumsindex (ZWEX) stieg im Jahr 2019 um solide 3,2 Prozent. Für das kommende Jahr erwartet die ZKB wenig neue Impulse auf dem Eigenheimmarkt, weshalb mit keiner nennenswerten Beschleunigung zu rechnen ist. Die Bautätigkeit werde sich auch in diesem Jahr weiterhin vorwiegend auf den Mietwohnungsmarkt konzentrieren. (awp/mc/pg)

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