300 Kündigungen bei Credit Suisse (Schweiz) in 2018

Thomas Gottstein
Thomas Gottstein, CEO Credit Suisse (Schweiz) AG. (Foto: CS)

Zürich – Laut Thomas Gottstein, CEO der Credit Suisse (Schweiz), werden im laufenden Jahr in seiner Division noch rund 300 Stellen abgebaut. Insgesamt werde die Restrukturierung in der Schweiz rund 1000 Stellen kosten. Bis zum Herbst 2017 seien rund zwei Drittel der im Rahmen der Restrukturierung angekündigten 1600 Arbeitsstellen bei der CS abgebaut worden, sagte Gottstein in einem Interview mit «Finanz und Wirtschaft». Schweizweit beschäftige die CS rund 17’000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Seine Division beschäftige etwa 10’000 Angestellte.

Zusätzlich will die Grossbank Einsparungen bei den Sachkosten realisieren. Gottstein erwähnte den Aufwand für regulatorische Neuerungen wie Mifid, in die 2017 sehr viel investiert worden sei. Dort würden 2018 Kosten vor allem für externe Berater und andere Zulieferer wegfallen.

Gottstein betonte, dass das Filialnetz von rund 150 auf 135 reduziert worden sei. Auch künftig werde das Filialnetz an die sich verändernden Kundenbedürfnisse angepasst. Diese Einsparungen würden aber wie die Personalkosten erst verzögert ergebniswirksam.

Gut unterwegs für Gewinnziel
Für das Ziel eines bereinigten Vorsteuergewinns von 2,3 Mrd CHF sieht Gottstein seine Einheit gut unterwegs. Er habe bereits am Investorentag im November angedeutet, dass das achte Quartal in Folge mit einer Vorsteuergewinnsteigerung kommen könnte, betonte er. «Wir sind im dritten Jahr der Restrukturierung und haben signifikante Kosteneinsparungen erreicht. Dies gibt uns eine gute Ausgangslage für das laufende Quartal.» Zudem seien weitere Massnahmen geplant.

«Noch mehr tun» könne die CS im Hypothekargeschäft. «Wir sind in diesem Bereich 2016 unterdurchschnittlich gewachsen, 2017 im Einklang mit dem Markt und wollen 2018 mindestens ebenso stark zulegen», sagte Gottstein. Beim Kommissionsgeschäft profitiere die Bank vom Vermögenszuwachs im letzten Jahr sowie von erheblichen Neugeldern. Und im Firmenkundengeschäft werde sowohl mehr Zins- wie auch Kommissionsumsatz angestrebt.

Akquisitionen möglich
«Kaum» gespürt habe die CS, dass Schweizer wegen dem Automatischen Informationsaustausch (AIA) unversteuertes Geld aus dem Ausland zurückholten. «Vereinzelt hat es Rückführungen aus Ländern wie Liechtenstein, Monaco und Singapur gegeben, die mit dem AIA zusammenhängen könnten», sagte Gottstein.

Nicht ausschliessen wollte Gottstein Akquisitionen, auch wenn die CS «niemanden übernehmen müuss, um die Ziele zu erreichen». «Sollte sich eine Gelegenheit bieten, kann ich mir sowohl eine regionale Verstärkung wie auch die Übernahme einer kleineren Privatbank oder den Kauf eines Fintech-Unternehmens vorstellen», so der CS Schweiz-CEO. (awp/mc/upd/pg)

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