AEGON-Marktkommentar: Preisineffizienzen bei italienischen Anleihen nutzen

AEGON-Marktkommentar: Preisineffizienzen bei italienischen Anleihen nutzen
Von Marcel van Zuilen, Senior Portfolio Manager bei AEGON Asset Management. (Foto: AEGON)

Den Haag – Mitte Oktober stellten wir fest, dass erstrangige unbesicherte Anleihen von Banken wie Unicredit und Intesa San Paolo mit Blick auf ihre Fälligkeit gänzlich unterschiedliche Preise hatten. Die noch in diesem Jahr fälligen Euro-Anleihen dieser Finanzinstitute notierten auf einem Niveau von rund -0,15 Prozent, während die Bonds mit Laufeit Januar auf einem Niveau von rund +0,15 Prozent gehandelt wurden. Das entspricht einer Differenz von rund 30 Basispunkten. Obwohl diese Renditen auf annualisierter Basis berechnet werden und die verbleibende Restlaufzeit nur zwei bis drei Monate beträgt, ist dies ein bemerkenswerter Unterschied.

Wir haben diese Unterschiede in früheren Jahren immer zum Jahresende hin beobachtet, beispielsweise im Dezember 2014 bei italienischen Schatzanweisungen. Damals kamen wir zu dem Schluss, dass es sich um Window Dressing handelte. Mit anderen Worten: Institutionelle Investoren wollten in ihren Jahresabschlüssen nicht offenbaren, dass sie italienische Staatspapiere halten. Seit Mitte Oktober befinden wir uns in einer ähnlichen Situation, allerdings mit Anleihen italienischer Banken und nicht mit Staatsbonds.

Zwei Anmerkungen dazu: Die meisten institutionellen Anleger veröffentlichen ihre Geschäftsberichte nach Ende Januar. Somit zeigen sie im Falle der genannten Anleihen Bestände, die bis dahin bereits fällig geworden sind.

Banken stark in italienischen Staatsanleihen engagiert
Ein Grund für ihre Zurückhaltung gegenüber Bankanleihen ist, dass die Banken stark in italienischen Staatsanleihen engagiert sind. Daher sollten wir nun den gleichen Effekt wie bei den italienischen Schatzanweisungen im Dezember 2014 sehen – doch das ist nicht der Fall.

In unserem Geldmarktfonds versuchen wir, von diesen Ineffizienzen zu profitieren, indem wir vollständig in die Papiere vom Januar 2019 investieren und gleichzeitig unsere Bestände vom Dezember 2018 abbauen. (AEGON/mc/ps)

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