Aktien bieten weiterhin das grösste Aufwärtspotenzial

Karsten Junius

Karsten Junius, Chefökonom Bank J. Safra Sarasin. (Bild: Bank J. Safra Sarasin)

Basel – Die Bank J. Safra Sarasin hat am Freitag ihren globalen Konjunkturausblick und ihre Anlagestrategie der Bank J. Safra Sarasin für den Rest des Jahres 2014 veröffentlicht. Nachfolgend die zentralen Punkte:

  • Die Erholung geht weiter, verläuft allerdings nicht homogen. Die USA führen den globalen Zyklus an und erzielen Wachstumsraten deutlich über dem Niveau in der Eurozone.
  • Die Eurozone leidet unter hoher Verschuldung, anhaltenden wirtschaftlichen Ungleichgewichten, ungünstigen geopolitischen Ereignissen wie der Krise in der Ukraine, und es sind dringend Strukturreformen erforderlich.
  • Die Inflation bleibt auf globaler Ebene weiterhin niedrig, wodurch vorzeitige Leitzinserhöhungen und ein Zusammenbruch der Anleihenmärkte verhindert werden. Das Gespenst einer Deflation ist vor allem in der Eurozone präsent, und die Politik muss diese Problematik sowohl von der Nachfrage- als auch von der Angebotsseite her angehen.
  • In den USA und in Grossbritannien werden 2015 Zinserhöhungen erwartet, wogegen die Europäische Zentralbank ihre Geldpolitik vermutlich sogar noch expansiver ausrichten wird. Als Folge dürften die Anleihenrenditen ansteigen, wobei sich die Kurven in den USA stabil zeigen und in der Eurozone versteilen dürften.
  • Was den US-Dollar angeht, so wird eine Aufwertung gegenüber dem Euro und dem Schweizer Franken erwartet.
  • Aktien sind auf mittlere Sicht nach wie vor die attraktivste Anlageklasse – vor allem die Schwellenmärkte verfügen über weiteres Aufholpotenzial.

«Das Gewinnwachstum dürfte in naher Zukunft höhere Bewertungen als wichtigsten Aktienkurstreiber ablösen: Nach wie vor ist ein Überschiessen der Aktienmärkte nicht ausgeschlossen. Die grössten Chancen erkennen wir in Japan und in den Schwellenländern.»
Philipp E. Bärtschi, Chief Investment Officer Private Clients

Bezüglich der Schweiz stellen die Experten der Bank Folgendes fest:

  • Die Konjunkturindikatoren signalisieren ein solides Wachstum – basierend auf einem starken Konsum, einer hohen Beschäftigung, niedrigen Zinsen und einem starken Kredit­wachstum.
  • Die Geldpolitik der SNB ist an die Politik der EZB gekoppelt, und es wird davon ausge­gangen, dass die SNB die Untergrenze von CHF 1,20 gegenüber dem Euro erfolgreich verteidigen wird – gegebenenfalls ebenfalls durch Zinssenkungen.
  • Die Möglichkeit einer Überhitzung des Immobiliensektors stellt noch immer das grösste Risiko dar.
  • Das BIP-Wachstum wird 2014 bei 1,6% und 2015 bei 1,8% erwartet.

 

«Eine übertrieben niedrige Inflation erschwert strukturelle Veränderungen und sorgt für zusätzlichen Druck auf die Verschuldungssituation bei Privathaushalten und Unternehmen. In den wettbewerbsfähigsten Ländern der Eurozone müssten die Löhne und die Inflation deutlich höher liegen, um die EZB-Definition für Preisstabilität zu erfüllen und die Wirtschaft in der Eurozone wieder in ein Gleichgewicht zu bringen. Strukturreformen zur Verbesserung des Wachstumspotenzials sind erforderlich. Die Akzeptanz einer Wirtschaftspolitik, die für eine tragfähige Währungsunion erforderlich wäre, lässt jedoch nach, und darüber hinaus überwiegen die Risiken ungünstiger politischer Entwicklungen derzeit gegenüber jenen, die aus den Finanzmärkten resultieren.»
Karsten Junius, Chefökonom

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