Alibaba-IPO ist die ultimative Wette auf China und E-Commerce

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(Foto: Alibaba)

Zürich – Für Ende nächster Woche plant der chinesische Onlinehändler Alibaba den Börsengang an der Wall Street – ein gigantisches IPO. «Der Börsengang von Alibaba wird alles bisher Dagewesene in den Schatten stellen“, sagt Peter Garnry, Aktienstratege bei der Saxo Bank. Die Grösse, die Markenbekanntheit unter institutionellen Investoren, die Wachstumsraten und Profitabilität seien atemberaubend. „Grösser geht es kaum“, so Garnry. Nach Monaten des Stillstandes auf dem IPO-Markt werde es ein gewaltiger Börsengang sein. Investoren würden bei Chinas Transformation zu einer Konsumgesellschaft in den nächsten drei Dekaden unbedingt dabei sein wollen.

Was ist nun das besondere an dieser Mischung aus Amazon und eBay? „Es ist das alles dominierende chinesische E-Commerce-Unternehmen, das mit seinen zwei grössten Webseiten Taobao und Tmall für mehr als die Hälfte der Paketzustellungen in China verantwortlich ist, und das mit einem grösseren Transaktionsvolumen als Amazon und eBay zusammen“, sagt Garnry. Der Umsatz sei in dem Ende Juni 2014 abgeschlossenen ersten Geschäftsquartal um 46 Prozent gestiegen. Die EBITDA-Marge sei von 21 Prozent im Geschäftsjahr 2010 auf aktuell 58 Prozent geklettert.

Grosse Wachstumsmöglichkeiten
„Aktienkäufe von Alibaba werden die ultimative Wette auf Chinas Zukunft sein“, sagt Garnry. 2013 habe die chinesische Internet-Nutzerzahl bei 618 Millionen gelegen und bis 2016 werde ein Anstieg auf 790 Millionen erwartet. Die aktuelle Internetverbreitung in China liege gerademal bei 46 Prozent, im Vergleich zu 88 Prozent in den USA. „Auch hier liegen noch grosse Wachstumsmöglichkeiten für Alibaba“, so Garnry.

Debatten über die Bewertung des Unternehmens
„Wir rechnen damit, dass die meisten grossen institutionellen Investoren mit globalen Aktienprodukten bei Alibaba einsteigen werden“, sagt Garnry. Aber es werde auch einige Debatten über die Bewertung des Unternehmens geben und einige „Bären“ würden den Börsengang als einen Beweis für eine Blasenbildung in China und auf den Aktienmärkten werten. Auch Value-Investoren würden wahrscheinlich von dem IPO fernbleiben und auf die zu hohen Erwartungen und Vorabbewertungen verweisen.

Viele Investoren hätten gesagt, dass Google, Facebook oder LinkedIn bei ihren Börsengängen überteuert gewesen wären, doch am meisten hätten sie die „dritte Dimension“ vermisst: Die zukünftige Wachstumsrate. „Aus unserer Sicht sollten Investoren mit einem langfristigen Anlagehorizont Alibaba-Aktien mit der aktuellen Bewertung kaufen und somit auf China und den weltweiten E-Commerce in den nächsten Jahrzehnten setzen“, sagt Garnry abschliessend. (Saxo Bank/mc/pg)

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