Alternative Anlagen bei Europäischen Pensionskassen immer beliebter

Christian Bodmer

Christian Bodmer, Leiter Investment Consulting von Mercer in der Schweiz.

Zürich – Die durch die Eurokrise verursachte hohe Volatilität führt bei europäischen Anlegern zu fortgesetzter Zurückhaltung bei Aktienanlagen. Pensionskassen investieren diese Anteile verstärkt in alternative Anlagen, so das Ergebnis des European Asset Allocation Survey. Die Befragung von über 1200 europäischen Pensionskassen mit einem Vermögen von über CHF 780 (€ 650) Milliarden zeigt, dass Pensionskassen immer stärker alternative Anlageklassen berücksichtigen, wobei 50% (gegenüber 40% im vergangenen Jahr) bereits in solchen Anlagen investiert sind.

Christian Bodmer, Leiter Investment Consulting von Mercer in der Schweiz: „Da die Eurokrise unvermindert anhält, stehen die Pensionskassen vor einer doppelten Herausforderung. Einerseits müssen sie die währungsbedingten Portfoliorisiken in den Griff bekommen, andererseits aber auch sämtliche Chancen auf Gewinne nutzen, um die künftigen Verpflichtungen decken zu können. In diesem Bemühen, die Volatilität zu verringern ohne langfristige Erträge zu opfern, wenden sie sich alternativen Anlageklassen zu.“

„Nebst ihrer relativen Attraktivität im Vergleich zu renditeschwachen Anleihen bieten alternative Anlageklassen auch verlockende Diversifizierungsmöglichkeiten. Tatsächlich suchen Pensionskassen nach Anlageklassen, die von der Staatsschuldenkrise weniger betroffen sind. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf Aktien und Anleihen aus Schwellenländern, welche in dieser Analyse zu den alternativen Anlagen gezählt werden. Nachdem die Krise die Renditen bei Kernanlagen auf ein sehr geringes Niveau gedrückt hat, suchen die Investoren nun auch auf den weltweiten Anleihemärkten nach interessanten Renditen. Bevorzugt werden in der Schweiz nach wie vor hoch liquide Anlagen, da die Investoren in turbulenten Zeiten gerne jederzeit auf ihr Vermögen zugreifen können“, so Bodmer weiter. Dies stellt ein bedeutender Unterschied zu ausländischen Investoren dar, welche oft systematisch die so genannte Illiquiditäts-Prämie abschöpfen.

Trend zu Alternativen
Die populärsten Kategorien bei alternativen Anlageformen (Satelliten-Anlagen) waren in ganz Europa Hedgefonds, Anleihen von Schwellenländern und hochverzinsliche Anleihen. Fast 20% der Pensionskassen haben in einem oder mehreren dieser Bereiche investiert. Dieser Trend ist bei grösseren Kassen mit Vermögen über CHF 3 (€ 2.5) Milliarden noch ausgeprägter. Hier haben etwa 60% in einer oder mehreren dieser Anlageklassen investiert. In 2011 war dies erst bei 40% der Fall. In der Schweiz waren gemäss Christian Bodmer die populärsten alternativen Anlageklassen Obligationen aus Schwellenländern und Insurance Linked Securities.

Zukünftige Trends
Der Trend weg von Aktien, insbesondere durch eine Reduktion der inländischen Aktien, wird sich in den kommenden zwölf Monaten wohl fortsetzen. So planen beispielsweise ein Viertel der befragten Pensionskassen in Europa ihre Abhängigkeit vom inländischen Aktienmarkt zu reduzieren. Nur 4% planen den Schritt in die entgegen gesetzte Richtung. Ebenfalls plant rund ein Sechstel der Teilnehmer eine Reduktion der ausländischen Aktien.

Christian Bodmer schätzt die Situation so ein: „Der vorhergesagte Rückgang der Investitionen in Aktien widerspiegelt, wie Pensionskassen die Entwicklung der Weltwirtschaft beurteilen. Das Vertrauen in die Märkte bleibt nach wie vor gering, so dass sich viele Anleger andernorts nach Renditechancen umsehen. Die Pensionskassen erkennen angesichts der in verschiedenen Teilen der Welt divergierenden wirtschaftlichen Aussichten und Investitionsmöglichkeiten immer mehr die Vorteile der Diversifizierung in weltweite Anlageklassen, ohne sich von Indexvorgaben und  -definitionen einengen zu lassen.“

Risiken im Blick behalten
„Die Investoren handeln richtig, wenn sie die Risiken unseres heutigen Umfelds im Blick behalten. Es ist jedoch wichtig, auch die attraktiven Gewinnchancen zu beachten, die sich aus den Umwälzungen in den Märkten unweigerlich ergeben“, fügt Bodmer hinzu. Die Beliebtheit alternativer Anlageklassen wird wahrscheinlich im kommenden Jahr und darüber hinaus anhalten, da rund 13% der europäischen Pensionskassen von einer Erhöhung ihrer Investitionen ausgehen. Es ist zu erwarten, dass hochverzinsliche Anleihen, Obligationen aus Schwellenländern und weitere Satelliten-Anlagen weiterhin auf steigendes Interesse stossen werden. (Mercer/mc/ps)

Chart 2 – Strategic allocation to alternative asset classes for Europe ex UK plans

Über Mercer
Mercer zählt zu den führenden internationalen Anbietern von Dienstleistungen in den Bereichen Personalvorsorgeberatung, Outsourcing von Pensionskassendienstleistungen, Investment Consulting und Human Capital Management und ist mit 20’000 Mitarbeitern in über 40 Ländern tätig. Das Unternehmen ist Teil der Marsh & McLennan Companies, Inc. (www.mmc.com). Die Aktie der Muttergesellschaft ist mit dem Ticker-Symbol MMC an den Börsen New York, Chicago und London notiert.

Über Mercer (Switzerland) SA
In der Schweiz ist Mercer mit derzeit rund 150 Mitarbeitenden an den Standorten Zürich, Genf und Nyon vertreten und bietet ihren Kunden ein umfassendes Dienstleistungsangebot, das von der vorsorgerechtlichen Beratung, Geschäftsführung und Administration von Pensionskassen, Rechnungslegung von Vorsorgeverbindlichkeiten bis hin zum Investment Consulting reicht. Darüber hinaus unterstützt Mercer Unternehmen im Bereich von Human Capital- und Vergütungsmanagement.

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