Auch Fitch kassiert Grossbritanniens Top-Bonität

Fitch

London – Erneuter Rückschlag für Grossbritannien: Auch die Ratingagentur Fitch hat dem Land die Top-Bonitätsnote entzogen. Wie das Unternehmen am Freitag mitteilte, wurde die Kreditwürdigkeit um eine Stufe von «AAA» auf «AA+» gesenkt. Der Ausblick für die drittgrösste Volkswirtschaft Europas wurde auf «stabil» gesetzt, so dass weitere Abstufungen zunächst nicht drohen. Fitch begründet die Entscheidung mit dem schwachen Wirtschaftsausblick und den angespannten Staatsfinanzen.

Grossbritannien läuft damit Gefahr, für seine Kredite künftig höhere Zinsen zahlen zu müssen. Der Verlust der Bestnote hatte sich bereits abgezeichnet: Vor knapp einem Monat hatte Fitch angekündigt, die Kreditwürdigkeit des Vereinigten Königreichs bis Ende April einer Sonderprüfung zu unterziehen.

Schwache Konjunktur und steigende Verschuldung
Wettbewerber Moody’s hatte Grossbritannien bereits am 22. Februar die Top-Bonität aberkannt. Dies war das erste Mal, dass eine der drei grossen Ratingagenturen dem EU-Land die Bestnote bei der Kreditwürdigkeit entzogen hatte. Moody’s hatte als Ursachen die schwache Konjunktur und die steigende Verschuldung genannt. Bei der dritten grossen Ratingagentur Standard & Poor’s hält das Königreich zwar noch das begehrte «Triple-A». Allerdings ist der Ausblick auch dort negativ, so dass ein Verlust der Spitzenbewertung anstehen könnte.

Nur noch wenige Länder erhalten die Spitzennote von allen drei Ratingagenturen, darunter die Schweiz oder Deutschland. Die USA und Frankreich gehören dem exklusiven Klub bereits nicht mehr an. (awp/mc/ps)

 

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