Axa Schweiz wegen Corona mit deutlichem Gewinnrückgang

Axa Schweiz wegen Corona mit deutlichem Gewinnrückgang
Fabrizio Petrillo, CEO AXA Schweiz. (Foto: AXA)

Winterthur – Axa Schweiz hat im Jahr 2020 deutlich weniger verdient. Hohe Schadenszahlungen im Zusammenhang mit der Coronakrise rissen ein tiefes Loch in die Rechnung des Versicherers. Auch am Gewinn der ganzen Axa-Gruppe zehrte Corona.

Der Gewinn des Schweizer Ablegers der französischen Axa rutschte 2020 um rund einen Drittel auf 547 Millionen Franken ab, wie es in einer Mitteilung vom Donnerstag heisst. Hohe Kosten bescherte Corona vor allem den Sparten Epidemie-, Reise- und Rechtsschutzversicherung.

Der Schaden-Kosten-Satz – eine Schlüsselkennzahl bei Versicherungen – verschlechterte sich dadurch um 4,9 Prozentpunkte auf 92,0 Prozent. Immerhin: Mit dem unter der Schwelle von 100 Prozent liegenden Wert arbeitete die Schadenversicherung im operativen Geschäft trotz Corona profitabel.

Hohe Corona-Kosten
«Das Ergebnis der AXA Schweiz wird von der Coronakrise überschattet, welche 2020 eine hohe Anzahl zusätzlicher Schadenfälle zur Folge hatte», wird Fabrizio Petrillo, CEO Axa Schweiz, in der Mitteilung zitiert. Allein die Reiseversicherung habe die Ferien- oder Repatriierungskosten von weit über 30‘000 Schweizer Familien übernommen.

Hohe Zahlungen hat die Pandemie auch in der Epidemieversicherung aufgrund der vom Bund angeordneten Betriebsschliessungen ausgelöst. Im Frühjahr war lange unklar, ob die Versicherungsbranche für solche Schäden überhaupt aufkommen muss. Und noch heute wird in Fachkreisen und an Gerichten darüber gestritten.

Axa sei den vom Lockdown betroffenen KMU trotz Pandemie-Ausschluss-Klausel mit pragmatischen Vergleichslösungen entgegengekommen, schreibt der Versicherer. Damit wollte man langjährige Rechtsstreitigkeiten verhindern. Und das gelang: Am Ende machten den Angaben zufolge über 95 Prozent der versicherten Firmen vom Angebot Gebrauch.

Strittige Rechtsfragen im Zuge der Pandemie bescherten zudem der Rechtschutzversicherung AXA-ARAG einen ungeahnten Mehraufwand. Die Kundinnen und Kunden hätten im Vergleich zur Vorjahresperiode knapp einen Fünftel mehr juristische Beratungen in Anspruch genommen, heisst es.

Darüber hinaus gewährte Axa bei den von ihr vermieteten Gebäuden während des Lockdowns Mieterlasse und Mietreduktionen. Bei Selbständigerwerbenden und Kleinbetrieben habe man auf Mieten bis 5000 Franken pro Monat sogar gänzlich verzichtet, so die Axa. Auch das drückte auf den Gewinn.

Stabile Prämien
Die Prämieneinnahmen konnte Axa Schweiz im vergangenen Jahr dagegen stabil halten: Die Bruttoprämien nahmen gar leicht um 1 Prozent auf 5,78 Milliarden Franken zu. Treiber dazu waren ein starkes Wachstum in der beruflichen Vorsorge sowie im Unternehmenskundengeschäft der Schadenversicherung gewesen.

Das Geschäft der beruflichen Vorsorge habe sich auch im zweiten Jahr nach der Transformation erfreulich entwickelt, heisst es. Das Volumen wuchs dort um 6,6 Prozent auf 1,06 Milliarden Franken. Seit 2019 bietet Axa Schweiz keine Vollversicherungen mit Rundumschutz an, sondern setzt nur noch auf teilautonome Lösungen. Da tragen die Firmen die Anlagerisiken selbst.

In der privaten Vorsorge verringerte sich das Prämienvolumen im vergangenen Jahr um 6,1 Prozent auf 971 Millionen Franken. Der Grund dafür sei das anhaltende Tiefzinsumfeld und der damit verbundene weitere Rückgang der Einmalprämien. Gut nachgefragt werden dagegen unter anderem die 2017 lancierten Gesundheitsprodukte.

Im Schadengeschäft steigerte Axa Schweiz das Prämienvolumen mit Firmenkunden um 3,4 Prozent auf 1,78 Milliarden Franken, während jenes mit Privatkunden um 0,3 Prozent auf 1,89 Milliarden zurückfiel. Der Rückgang bei den Auto-Zulassungen hatte automatisch auf die Nachfrage nach Motorfahrzeugversicherungen gedrückt.

Corona belastet auch Axa-Konzern
Am Donnerstag veröffentlichte auch die französische Axa-Gruppe die Zahlen zum abgelaufenen Geschäftsjahr. Auch da zeigten sich die Spuren der Coronakrise. Der Gewinn fiel um 18 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro zurück, wobei für coronabedingte Schäden allein 1,5 Milliarden Euro aufgewendet wurden. (awp/mc/pg)

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