Bâloise verkauft Teile des deutschen Leben-Geschäfts

Martin Strobel

Bâloise-CEO Martin Strobel. (Foto: Bâloise)

Basel – Die Versicherungsgruppe Bâloise verkauft den Lebensversicherungsbestand der deutschen Niederlassung der Basler Leben AG an die Frankfurter Leben-Gruppe. Dieser umfasst eine Versicherungssumme von 1,9 Mrd CHF, wie die Bâloise am Donnerstag mitteilt. Zum Transaktionspreis werden keine Angaben gemacht.

Der verkaufte Bestand entspricht laut der Mitteilung rund einem Fünftel des Gesamtbestands von traditionellen Lebensversicherungen der Bâloise in Deutschland. Über diese Niederlassung werde bereits seit 2012 kein Neugeschäft mehr gezeichnet. Der Bestand der Basler Lebensversicherungs-AG (Hamburg) in Höhe von rund 7,7 Mrd CHF sei von der Transaktion nicht betroffen.

Die Transaktion muss noch von den zuständigen Behörden genehmigt werden. Mit dem Abschluss der Transaktion rechne man derzeit im ersten Halbjahr 2016, sagte ein Bâloise-Sprecher auf Anfrage.

Fokussierung auf «moderne, kapitalschonende» Lebensversicherungen
Mit der Verkaufsvereinbarung führe die Bâloise im Neugeschäft «konsequent die Fokussierung auf moderne, kapitalschonende Lebensversicherungen weiter», wird CEO Martin Strobel in der Mitteilung zitiert. Traditionelle Lebensversicherungen gehören laut der Versicherung nicht mehr zu den Zielfeldern des Neugeschäfts der Basler in Deutschland. Sie fokussiert sich vielmehr auf «biometrische Risikoprodukte» – dazu gehören etwa Unfall-, Alters- oder Invaliditätsrisiken – sowie auf kapitaleffiziente Fondsprodukte».

Weitreichende Sicherheiten für Mitarbeitende
Die Frankfurter Leben-Gruppe soll das Geschäft eigenständig fortführen. Rund 100 bislang für den Bestand tätige Mitarbeitende werden nun ein «Überleitungsangebot» erhalten. Der Erwerb umfasst nicht nur die Versicherungsverträge sondern auch das «Know-how» des Geschäfts einschliesslich etwa der IT-Systeme, wie der Bâloise-Sprecher sagte. Für alle übergehenden Mitarbeiter seien mit dem Erwerber weitreichende Sicherheiten vereinbart worden. Einen direkten Zusammenhang mit den laufenden Effizienzmassnahmen in Deutschland gebe es nicht.

Das neue Unternehmen soll laut der Mitteilung die Basis für eine spezialisierte Konsolidierungsplattform im deutschen Lebensversicherungsmarkt sein. Der Sitz ist in Bad Homburg vorgesehen, ein weiterer Standort ist in Bremen. Gemäss den Angaben bezweckt die Frankfurter Leben-Gruppe den Erwerb von Lebensversicherungsgesellschaften oder -beständen, die sich bereits im Run-off befinden bzw. in Run-off gesetzt werden sollen. (awp/mc/pg)

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