Bank Cler: Geld spielt bei der Partnerwahl keine Rolle, in der Beziehung aber durchaus

Bank Cler: Geld spielt bei der Partnerwahl keine Rolle, in der Beziehung aber durchaus
Mariateresa Vacalli, CEO Bank Cler. (Foto: Bank Cler)

Basel – Über Geld sprechen Schweizerinnen und Schweizer nicht, heisst es. Ist das tatsächlich so? Zumindest in Beziehungen wird offen über Geld gesprochen. Das zeigt eine von der Bank Cler in Auftrag gegebene Studie zur Bedeutung von Geld bei Paaren, die in der Deutschschweiz durchgeführt wurde.

  • 79% der Befragten finden Geld in einer Beziehung wichtig und sprechen regelmässig in der Partnerschaft darüber – vor allem auch Jüngere unter 30.
  • 91% der befragten Personen wissen ganz genau, wieviel die Partnerin oder der Partner verdient.
  • Aber: Ganze 86% der Befragten geben an, dass Geld bei der Partnerwahl keine Rolle gespielt hat.
  • Viel wichtiger ist es den Frauen und Männern, dass ihre bessere Hälfte die Finanzen im Griff hat (96%).
  • 55% finden zudem, dass auch der oder die Besserverdienende nur die Hälfte an gemeinsame Ausgaben zahlen soll und nicht mehr.
  • Kinder stellen alles auf den Kopf: Grössere Ausgaben werden fortan gemeinsam besprochen (60%) und die Konten eher zusammengelegt (66%).

Was für einen Stellenwert hat Geld in einer Beziehung? Sollen Besserverdienende mehr an gemeinsame Ausgaben beisteuern? Und warum stellen Kinder alles auf den Kopf? Um diese Fragen zu beantworten, hat die Bank Cler beim Marktforschungsinstitut Marketagent eine Online-Umfrage in Auftrag gegeben. Befragt wurden 507 Personen aus der Deutschschweiz im Alter von 15 bis 65 Jahren, vom 22. Oktober bis 24. Oktober 2020.

Geld sorgt in Beziehungen für Gesprächsstoff, einem Fünftel verdient der Partner zu wenig
Für Gregor Eicher, Leiter Marketing bei der Bank Cler, kommen die Resultate wenig überraschend: «Die Bank Cler motiviert seit einigen Jahren die Bevölkerung, mehr und offener über Geld zu sprechen. Im reichsten Land der Welt soll Geld kein Tabu mehr sein. Schön, dass 79% der Befragten das Thema Geld in Beziehungen wichtig finden und offen darüber sprechen. Mindestens genauso schön ist jedoch auch die Erkenntnis, dass sich 86% bei der Wahl des Partners offenbar nicht vom Geld leiten lassen.»

Das Ergebnis der Umfrage zeigt in eine klare Richtung: Geld in der Beziehung ist ein wichtiges Gesprächsthema:

  • 91% wissen über das Gehalt des Partners Bescheid, mehr als drei Viertel sprechen über die Höhe des Gehalts gleich in den ersten Monaten.
  • Es geht vor allem um Kontrolle und mehr Transparenz: 96% der befragten Personen finden es wichtig, dass ihre bessere Hälfte die Finanzen im Griff hat.
  • Die Mehrheit (57%) spricht den Partner bei als unnötig empfundenen Ausgaben direkt darauf an.
  • Grund zu Diskussionen gibt es dabei aber selten: Für über die Hälfte der Befragten (56%) ist Geld selten bis nie ein Grund für Streit in der Beziehung.
  • Auf die Frage, ob der Partner denn überhaupt genug verdient, antworten mehr als die Hälfte der Befragten (52%) mit «Ja», 21% verneinen die Frage und rund einem Viertel ist es sogar egal.
  • Auffallend: Frauen (56%) sind zufriedener mit dem Lohn des Partners als umgekehrt.

«Geben ist seliger denn Nehmen» – ob Lottogewinn oder Ferien, Partner zeigen sich solidarisch
Über Geld zu sprechen ist wichtig. Besonders in der Beziehung. Doch wie sieht es aus, wenn es ums Teilen geht? Und soll der Besserverdienende auch mehr an gemeinsame Ausgaben beisteuern?

  • Bei einem Lottogewinn sind sich fast alle einig: 95% würden den Gewinn mit dem Partner teilen, davon 17% unter der Voraussetzung, sie wären verheiratet oder würden in eingetragener Partnerschaft leben.
  • Etwas anders sieht es bei einer Erbschaft aus: Immerhin finden zwei Drittel, das Erbe des Anderen gehe sie nichts an. Ein Drittel aller Befragten erwartet aber einen Anteil am Vermögen.
  • Bei der Ferienplanung zeigen sich Paare wiederum grösstenteils solidarisch. Wenn der Partner oder die Partnerin weniger verdient und auf günstigere Ferien besteht, passt sich fast die Hälfte der Befragten (48%) dem Budget an.
  • Die Spendierhosen trägt dabei die andere Hälfte: Fast 40% geben an, mehr an die Ferien zu zahlen und 12% würden sogar die gesamten Ferienkosten übernehmen.

Spannend deshalb auch die Diskussion darüber, ob denn nun der Besserverdienende mehr an gemeinsame Ausgaben beisteuern soll: Für 55% kommt das gar nicht in Frage, beide sollen immer die Hälfte bezahlen. Diese Meinung vertreten vermehrt Männer als Frauen. Die anderen 45% sind der Meinung, wer mehr verdient, soll auch mehr bezahlen. Hier sind es wiederum mehr Frauen, die diese These unterstützen.

Kinder verändern den Umgang mit Geld gründlich
Kinder stellen das gemeinsame Leben völlig auf den Kopf. Das zeigt auch diese Umfrage. Bei kinderlosen Haushalten führen fast 70% der befragten Personen getrennte Konten. Mit Kindern werden alle Finanzen gemeinsam (40%) oder teilweise gemeinsam (42%) verwaltet und die Konten eher zusammengelegt (66%). Kinder haben offenbar auch einen Einfluss darauf, wer mehr an gemeinsame Ausgaben beisteuern soll: 60% der befragten Personen, die Kinder haben, sind der Meinung, der Besserverdienende soll jeweils mehr zahlen. Bei kinderlosen Paaren sieht es anders aus: Die Mehrheit (65%) findet, beide sollen immer gleich viel zahlen. Geht es um grössere Ausgaben, so erwarten vor allem Paare mit Kindern, dass diese gemeinsam besprochen werden sollen (60%).

«Die Umfrage zeigt, dass Geld durchaus ein zentrales Thema in Beziehungen ist und darüber gesprochen wird: Sei es beim Lohn, bei Ausgaben oder wenn Kinder im Haushalt leben. Es gibt aber nach wie vor Luft nach oben. Uns ist es daher ein Anliegen, dass in Beziehungen – und auch sonst in allen anderen Bereichen des Lebens – offen über Geld gesprochen wird. Denn nur so verliert man die Berührungsängste und schafft die nötige Klarheit, um die richtigen Entscheidungen zu treffen», meint Gregor Eicher mit Blick auf künftige Herausforderungen. (Bank Cler/mc/ps)

Über die Online-Umfrage
Befragt wurden 507 Personen aus der Deutschschweiz im Alter von 15 bis 65 Jahre. Die Online-Umfrage fand vom 22. Oktober bis 24. Oktober 2020 statt. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die Deutschschweiz. Die Fehlerquote liegt bei 2,7%.

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