Bank Coop 2011: Bruttogewinn gestiegen

Andreas Waespi

Andreas Waespi, CEO Bank Coop AG.

Basel – Die Bank Coop hat im Geschäftsjahr 2011 von einem starken Zinsgeschäft sowie von weiteren Synergien mit dem Mutterhaus, der Basler Kantonalbank (BKB), profitieren können. Der Bruttogewinn verbesserte sich entsprechend um 6,3% auf 94,2 Mio CHF. Der Reingewinn sank dagegen aufgrund wegfallender Sondererträge, wie die Bank Coop mitteilte.

In ihrem wichtigsten Geschäft, dem Zinsengeschäft, konnte die Bank bei weiterem Wachstum der Ausleihungen den Erfolg um 4,9% auf 156,1 Mio CHF erhöhen. Trotz dem anhaltenden Konkurrenzdruck sei es gelungen, die Margen stabil zu halten, heisst es in der Mitteilung der Bank Coop. Zudem habe die «vorausschauende Refinanzierungspolitik» zu dem Ergebnis beigetragen.

Zurückhaltendes Anlageverhalten
Der Kommissions- und Dienstleistungserfolg sank dagegen um 2,7% auf 66,7 Mio CHF. Vor allem in der zweiten Jahreshälfte sei eine deutliche Zurückhaltung der Anleger an den Wertschriftenmärkten spürbar gewesen, schreibt die Bank. Aus dem Handelsgeschäft resultierte für die Bank ein um 11% tieferer Ertrag von 11,6 Mio.

Einsparungen dank Synergien mit Mutterhaus
Der Geschäftsaufwand fiel mit 144,0 Mio CHF (-0,1%) leicht unter dem Vorjahresniveau aus. Dies obwohl die Bank weiter in ihr Geschäftsstellennetz investierte und ihre Marketingoffensive mit TV-Spots fortsetzte. Zu Einsparungen führten vor allem die Synergien mit dem Mutterhaus: So wurde im vergangenen Jahr im BKB-Konzern mit der Zentralen Kreditverarbeitung eine weitere Konzerneinheit gebildet. Die Cost/Income-Ratio I verbesserte sich leicht auf 60,5% (VJ 61,9%).

Hypothekarforderungen um 4 % gesteigert
Die Hypothekarforderungen stiegen im vergangenen Jahr um 4,0% auf einen Stand von 12,2 Mrd CHF. Die Kundengelder legten mit einer Zunahme von 5,4% auf 9,76 Mrd CHF noch deutlicher zu. Ein schnelles Wachstum erlebten insbesondere die Spargelder, die um 9,0% anstiegen. Besonders stark wachsen konnte dabei das «Sparkonto Plus», das Sparer mit einem Zinsbonus auf Neueinlagen lockt.

Jahresgewinn tiefer
Unter dem Strich resultierte für die Bank ein Jahresgewinn von 70,2 Mio CHF (-3,2%). Im Vorjahr hatte der Gewinn allerdings noch ausserordentliche Erträge aus Beteiligungsverkäufen beinhaltet. Die Jahresergebnisse sind ein weiteres Mal um die im Januar 2011 abgeschlossene IT-Migration bereinigt, die in den Vorjahren dafür gebildeten Rückstellungen sind vollständig aufgelöst.

Die Aktionäre sollen vom Jahresgewinn mit einer unveränderte Dividende von 1,80 CHF je Inhaberaktie profitieren. Die Ausschüttung soll aus Reserven aus Kapitaleinlagen erfolgen und somit für natürliche Schweizer Personen einkommenssteuerfrei sein.

Keine Prognose für 2012
Für das laufende Jahr will die Bank aufgrund der wirtschaftlichen und politischen Unsicherheiten an den Finanzmärkten keine Prognose abgeben. Die Bank Coop sei mit ihrem guten Eigenmittel-Deckungsgrad, der die Zielgrösse der Finanzmarktaufsicht FINMA übertreffe, und ihrer Strategie aber gut aufgestellt, wird CEO Andreas Waespi zitiert. Das Ziel sei es, das «nachhaltige Wachstum der Bank Coop fortzusetzen». (awp/mc/pg)

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