Bank Coop schreibt 2010 höheren Reingewinn

Andreas Waespi

Andreas Waespi, CEO Bank Coop.

Basel – Die Bank Coop hat auch im Geschäftsjahr 2010 den Margendruck im Zinsengeschäft zu spüren bekommen und weist trotz einem neuen Rekordstand des Hypothekarvolumens einen tieferen Bruttogewinn aus. Der Reingewinn verbesserte sich dagegen dank tieferen Wertberichtigungen und Rückstellungen sowie dank dem Verkauf einer Beteiligung.

Der Bruttogewinn lag 2010 mit 88,6 Mio CHF um 5,6% tiefer als im Vorjahr, wie die Bank Coop am Montag mitteilte. Dagegen konnte die Tochter der Basler Kantonalbank (BKB) den Reingewinn um 1,7% auf 72,6 Mio CHF erhöhen. Die Zahlen sind um die Kosten der IT-Migration bereinigt. Die Aktionäre erhalten eine unveränderte Dividende von 1,80 CHF je Inhaberaktie, womit die Ausschüttung seit 2006 auf der gleichen Höhe bleibt.

Umbau der Geschäftsstellen
Der Betriebsertrag sank insgesamt um 0,4% auf 232,4 Mio CHF. Dabei lag das Ergebnis aus dem wichtigsten Geschäft, dem Zinsengeschäft, mit 148,6 Mio CHF um 0,3% unter dem Vorjahr. Das Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft verzeichnet dagegen einen Anstieg um 3,9% auf 68,5 Mio CHF. Die Zunahme stammt vor allem aus zusätzlichen Courtageerträgen und höheren Fondskommissionen. Im Handelsgeschäft sank der Ertrag wegen einem geringeren Erfolg aus dem Wertschriftenhandel um 16,7% auf 13,0 Mio CHF. Im vergangenen Jahr führte die Bank den sukzessiven Umbau der Geschäftsstellen weiter: Ende Jahr seien nahezu zwei Drittel der Geschäftsstellen in neuem Design erschienen. Zudem erhöhte die Bank auch ihre Werbeausgaben mit TV-Spots in den nationalen Medien. Der Geschäftsaufwand der Bank stieg um 2,6% auf 144,2 Mio CHF. Damit resultierte eine Cost/Income-Ratio I von 61,9% (VJ 59,9%).

Migration auf Avaloq im Januar 2011 vollzogen
Die Migration auf die neue IT-Plattform Avaloq hat die Bank per Anfang 2011 vollzogen. Das Projekt werde voraussichtlich im April 2011 abgeschlossen, schreibt die Bank Coop. Seit 2005 hatte sie dafür Rückstellungen von insgesamt 67,5 Mio CHF gebildet. Die Bilanzsumme der Bank lag per Ende 2010 mit 14,26 Mrd CHF um 5,8% höher als im Jahr davor. Die Hypothekarforderungen zeigten erneut ein kräftiges Wachstum und stiegen um 6,0% auf den neuen Höchstwert von 11,69 Mrd CHF. Dabei wurden aufgrund des tiefen Zinsniveau hauptsächlich Festhypotheken abgeschlossen: Der Anteil der Festzinshypotheken am Gesamtbestand betrug per Ende Jahr bereits rekordhohe 90,5%.

Kundengelder um 8,4%auf 9,7 Mrd Franken  gesteigert
Noch stärker als die Hypotheken stiegen die der Bank anvertrauten Kundengelder an, die um 8,4% auf 9,7 Mrd Franken stiegen. Damit habe sich die Refinanzierungssituation markant verbessert, schreibt die Bank Coop. Besonders beliebt war das Sparkonto Plus, das für Neueinlagen eine attraktive Verzinsung anbieten konnte. Die verwalteten Kundenvermögen nahmen insgesamt um 0,7% auf 16,18 Mrd CHF zu. Das laufende Jahr sieht die Bank an den Finanzmärkten nach wie vor von Unsicherheiten geprägt. Wie sich die Wirtschaft entwickeln werde, sei ungewiss. Die Aussichten für 2011 für die Bank Coop beurteile er aber «verhalten optimistisch», lässt sich Bank Coop-CEO Andreas Waespi zitieren. (awp/mc/ps)

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