Bank für Internationalen Zahlungsausgleich warnt vor neuer Finanzkrise

Claudio Borio

BIZ-Chefökonom Claudio Borio.

Berlin / Basel – Die seit Jahren andauernde Geldflut führender Notenbanken könnte nach Einschätzung der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) zu einer neuen weltweiten Finanzkrise führen. «In der Tat sehen wir das Risiko, dass die derzeitige Geldpolitik aus globaler Perspektive zu Gefahren für die Finanzstabilität beitragen könnte», sagte BIZ-Chefökonom Claudio Borio der Tageszeitung «Die Welt» (Montagausgabe). Seiner Meinung nach zeigt die aktuelle Situation durchaus Parallelen zur Phase vor dem Beginn der jüngsten schweren Finanzkrise.

Nach Einschätzung der BIZ, der Dachorganisation der Notenbanken mit Sitz in Basel, scheint das Zinsniveau weltweit zu niedrig zu sein, um langfristig für Preis- und Finanzstabilität zu sorgen. «In dieser Hinsicht ähnelt die Situation durchaus der Phase vor der Finanzkrise, als wir ebenfalls vor zu viel billigem Geld gewarnt haben», sagte Borio.

«Klares Signal, dass etwas schief läuft»
Zuletzt hätten Manager grosser Unternehmen das billige Geld der Notenbanken lieber in Aktienrückkäufe oder Übernahmen gesteckt, statt es in ihr eigenes Geschäft zu investieren, kritisierte der BIZ-Experte. «Das ist ein klares Signal, dass etwas schief läuft.»

Die führenden Notenbanken der Welt dürfen sich nach Meinung der BIZ nicht am Willen der Finanzmärkte orientieren. «Eine Zentralbank sollte eine längerfristige Perspektive bewahren», sagte Borio. «Sie muss die Märkte leiten – es darf nicht passieren, dass sich das Verhältnis umkehrt und die Märkte die Zentralbank lenken.» (awp/mc/ps)

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