Bank of America hält sich mit Verkäufen über Wasser

Bank of America hält sich mit Verkäufen über Wasser
Brian Moynihan, CEO Bank of America.

Brian Moynihan CEO Bank of America.

Charlotte – Die Bank of America bleibt der Sorgenfall unter den US-Grossbanken. Windige Hypothekengeschäfte aus der Vergangenheit hängen wie ein Damoklesschwert über dem Branchenriesen. Erschwerend kommen die Auswüchse der Schuldenkrise hinzu. Einstweilen konnte die Bank im Gesamtjahr aber einen Verlust ganz knapp abwenden, indem sie Tafelsilber verkauft hat.

Nachdem auch die Vorzugsaktionäre ihr Geld bekommen haben, blieb unterm Strich ein Gewinn von 85 Millionen Dollar übrig, wie die Bank am Donnerstag bekanntgab. Für das zweitgrösste Kreditinstitut der USA ist das ein Kleckerbetrag. Immerhin kam die Bank aus den roten Zahlen heraus. Im Jahr 2010 war noch ein Verlust von 3,6 Milliarden Dollar angefallen.

Moynihan: «Wir gehen stärker und effizienter ins Jahr 2012 hinein»
Die Erholung ist aber teuer erkauft. Denn Bankchef Brian Moynihan musste dafür den Schatz der Firma antasten: die Beteiligung an der China Construction Bank. Statt 10 Prozent hält die Bank of America nun nur noch rund 1 Prozent der Anteile an dem wichtigen chinesischen Institut. Alleine im Schlussquartal spülten die Verkäufe 2,9 Milliarden Dollar in die Kasse – ein Bargeld-Polster, das in Krisenzeiten wie diesen überlebenswichtig sein kann. «Wir gehen stärker und effizienter ins Jahr 2012 hinein», beteuerte Moynihan. Der Manager hat einen gross angelegten Umbau angestossen, bei dem auch 30.000 Jobs wegfallen sollen. Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Mitarbeiter bei dem Finanzkonzern aus Charlotte in North Carolina bereits um 3.800 auf 284.600 geschrumpft. Moynihan hatte rund 150 Filialen dichtgemacht.

Immer noch gut 5’700 Standorte

Mit gut 5.700 Standorten ist die Bank of America aber immer noch eines der wenigen Kreditinstitute, das landesweit in den USA vertreten ist. Das schaffen sonst nur noch Branchenprimus JPMorgan Chase, Wells Fargo oder die Citigroup . Angesichts ihrer schwierigen Lage hat die Bank of America aber nach Informationen des «Wall Street Journal» einen Plan in der Hinterhand, sich bei Geldmangel notfalls aus ganzen Regionen zurückzuziehen.

Mit Countrywide-Übernahme verhoben

Doch woher stammen die Probleme? Die Bank of America hatte in der Finanzkrise den US-Immobilienfinanzierer Countrywide übernommen. Das erwies sich als schwerer Fehler, weil Countrywide Kredite viel zu lax vergeben hatte und Hausbesitzer reihenweise ihre Raten nicht mehr zahlen konnten. Das wiederum führte zu hohen Verlusten. Überdies beklagen sich Investoren, sie seien von Countrywide bei Hypotheken-Geschäften betrogen worden und fordern milliardenschweren Schadenersatz von der Bank of America. Ein Vergleich, der die Situation entspannen würde, hängt noch in der Schwebe.

Aktie legt zu

Der Aktienkurs liegt am Boden. Kurz nach Börseneröffnung konnte sich das Papier angesichts eines besser als erwartet ausgefallenen Schlussquartals jedoch um gut fünf Prozent auf mehr als 7 Dollar erholen. In den letzten drei Monaten des Jahres verdiente die Bank of America unterm Strich 1,6 Milliarden Dollar, nachdem im Vorjahreszeitraum ein Verlust in gleicher Höhe angefallen war. Die Investmentbanking-Sparte Merrill Lynch musste jedoch angesichts der Finanzmarkt-Turbulenzen einen Verlust hinnehmen. Dagegen lief das Privatkundengeschäft besser. Die Kreditnehmer zahlen ihre Raten wieder zuverlässiger. Die Zahlen sind aber selbst für Experten kaum durchschaubar wegen zahlreicher Sondereffekte wie den Anteilsverkäufen in China. (awp/mc/upd/ps

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