Bank of America wegen Sondereffekten mit Gewinneinbruch

Brian Moynihan

Brian Moynihan, CEO Bank of America.

Charlotte – Sondereffekte haben die Bank of America im dritten Quartal schwer belastet. Unter dem Strich verdiente das Institut noch 340 Millionen US-Dollar, wie es am Mittwoch in Charlotte mitteilte. Vor einem Jahr hatte das Unternehmen noch einen Überschuss von 6,2 Milliarden Dollar erwirtschaftet. Die Bank hielt sich aber stabiler als befürchtet, Analysten hatten mit einem Verlust gerechnet.

Das Institut hatte bereits vor den Belastungen gewarnt. So hatte es Ende September eine Sammelklage von Aktionären für 2,4 Milliarden Dollar aus der Welt geschafft. Das führte zu neuerlichen Abschreibungen von 1,6 Milliarden Dollar. Hinzu kamen negative Steuereffekte in Grossbritannien und die Verluste aus der Neubewertung eigener Schulden.

Operativ läuft es wieder besser
Die Kläger hatten in der Sammelklage der Bank vorgeworfen, sie über den wahren Zustand ihrer Finanzen bei der Übernahme der Investmentbank Merrill Lynch getäuscht zu haben. Solche Altlasten aus der Zeit der Finanzkrise verhageln dem Institut immer wieder die Bilanz.

Operativ lief es in den vergangenen Monaten aber wieder besser. Wie die übrigen US-Grossbanken profitierte die Bank das Geldhaus von der Erholung des US-Häusermarktes, zudem legten die Einnahmen im Investmentbanking zu.

Harter Sparkurs
Die Bank of America war zuletzt der Problemfall unter den US-Kreditinstituten. Sie hatte in der Finanzkrise neben Merrill Lynch den grossen Immobilienfinanzierer Countrywide übernommen – ein schwerer Fehler, wie sich im Nachhinein herausstellte. Countrywide hatte seine Kredite viel zu lax vergeben. In der Krise konnten dann reihenweise Hausbesitzer ihre Raten nicht mehr zahlen. Die Bank of America musste sich nun mit den Verlusten herumschlagen und wurde mit Milliarden vom Staat gestützt. Bankchef Brian Moynihan fährt einen harten Sparkurs, in dem bis Ende des Jahres die Zahl der Stellen um rund 30.000 auf 260.000 sinken soll. (awp/mc/ps)

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