Bank of England gibt vorsichtige Signale für geldpolitische Straffung

Bank of England gibt vorsichtige Signale für geldpolitische Straffung
Grossbritanniens Notenbankgouverneur Andrew Bailey. (Foto: Bank of England)

London – Die britische Notenbank hat erste vorsichtige Signale für eine geldpolitische Straffung gegeben. «Eine leichte Straffung der Geldpolitik wird während des Prognosezeitraums wahrscheinlich notwendig sein, um das Inflationsziel mittelfristig zu erreichen», hiess es in einer Mitteilung nach der Sitzung des geldpolitischen Ausschusses der Bank of England (BoE) am Donnerstag. Voraussetzung sei, dass die Wirtschaft sich wie erwartet entwickele.

Zunächst hält die Bank of England aber an ihrer lockeren Geldpolitik fest. Der Leitzins betrage unverändert 0,10 Prozent, teilte die Notenbank mit. Analysten hatten mit dieser Entscheidung gerechnet. Auch das Kaufprogramm für Staats- und Unternehmensanleihen wurde bestätigt. Es beläuft sich weiterhin auf insgesamt 895 Milliarden Pfund.

Zunehmende Nervosität unter britischen Notenbankern
«Die Nervosität unter den britischen Notenbankern angesichts der auch in Grossbritannien stark anziehenden Inflation hat zugenommen», kommentierte Elmar Völker, Analyst bei der LBBW. «Innerhalb der nächsten zweieinhalb Jahre ist demnach wohl eine erste Leitzinsanhebung zu erwarten, womit die Briten ähnliche Signale senden wie ihre Kollegen von der Fed zuvor», schreibt Völker.

Tatsächlich erwartet die BoE, dass die Inflation im vierten Quartal auf vier Prozent ansteigen wird. Sie hob damit ihre Prognose deutlich an. Der von der Notenbank angestrebte Zielwert liegt bei 2,0 Prozent. Dieser Anstieg der Inflation ist laut BoE aber vorübergehend. Die Teuerung dürfte demnach auf mittlere Sicht wieder den Zielwert erfüllen.

Mit Michael Saunders stimmte ein Mitglied des Ausschusses für eine baldige Rückführung der Anleihekäufe, während die übrigen sieben Mitglieder sich für eine Beibehaltung aussprachen. Der geldpolitische Ausschuss beschloss zudem, dass die Anleihekäufe reduziert werden könnten, wenn der Leitzins auf 0,5 Prozent gestiegen sei. Bisher hatte sie von 1,5 Prozent gesprochen. Allerdings könnte die Notenbank den Leitzins künftig auch unter Null senken, falls dies nötig sein sollte.

Das britische Pfund legte nur kurzzeitig etwas zu. Auch die Renditen britischer Staatsanleihen stiegen nur vorübergehend. Die Aussagen entsprachen im Wesentlichen den Erwartungen von Ökonomen. (awp/mc/ps)

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