Banken zahlen keine grossen Beträge an Deutsche aus

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Basel – Kurz vor Unterzeichnung eines Steuerabkommens mit Deutschland haben einige Schweizer Banken die Auszahlung grösserer Barbeträge an Deutsche gestoppt. Der Sprecher der Schweizerischen Bankiersvereinigung, Thomas Sutter, berichtete am Montag von entsprechenden Beschwerden deutscher Kunden. Sutter bestätigte einen Bericht des deutschen Nachrichtenmagazins «Der Spiegel».

«Einige Banken zahlen derzeit keine grösseren Barbeträge aus», sagte Sutter. Dies hänge damit zusammen, dass die Banken das Steuerabkommen mit Deutschland nicht gefährden wollten. Die Banken handelten allerdings auf eigene Initiative, es gebe keine Vorgaben der Bankiersvereinigung, sagte Sutter. Überweisungen seien aber kein Problem. Ohnehin sei es im heutigen Bankengeschäft kaum noch üblich, grosse Beträge bar auszuzahlen, sagte Sutter. Auch gebe es dazu gesetzliche Bestimmungen, etwa im Kampf gegen Geldwäscherei.

Steuerabkommen soll Mittwoch unterzeichnet werden
Beim Steuerabkommen zwischen der Schweiz und Deutschland, das an diesem Mittwoch in Berlin unterzeichnet werden soll, geht es jedoch vor allem um Schwarzgeld, also nicht versteuerte Gelder auf Schweizer Konten. Nach dem Bericht des «Spiegel» zahlen manche Schweizer Geldinstitute nur die Hälfte des Vermögens aus, andere nur ein paar Tausend Franken. Dahinter stecke auch die Sorge der Bankmanager, dass zu viele deutsche Kunden ihre Konten räumen könnten, um der beabsichtigten Besteuerung zu entgehen. (awp/mc/ps)

Schweizerische Bankiervereinigung (SBVg)

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