Bankenjobs: Deutliche Abkühlung

Finanzplatz
(Foto: FotolEdhar - Fotolia.com)

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Zug – Der Personalbedarf in der Schweizer Finanzbranche hat seinen Zenit erreicht. Ende September 2014 waren online 4’291 Stellen ausgeschrieben. Anfang Jahr waren es 3’601 gewesen. Dies entspricht zwar einer Zunahme von 19,2 Prozent. Doch im dritten Quartal erfolgte eine deutliche Abkühlung. Mit Ausnahme der Credit Suisse haben praktisch alle Banken ihre Suche nach Personal reduziert. Eine leichte Nachfrage besteht noch im Versicherungsbereich und bei den übrigen Finanzfirmen (Wirtschaftsprüfung, IT, Beratung).

Dies geht aus dem neusten Finews-Job-Directory-Index hervor. Er wird alle drei Monate mit den Daten des Internet-Portals JobDirectory.ch veröffentlicht.

Die Banken hatten per Ende September 2014 insgesamt 1’502 Stellen ausgeschrieben; seit Anfang Jahr entspricht dies einem Plus von 24,4 Prozent, bei den Versicherungen waren 1’292 Positionen (+12,2 Prozent) offen sowie 1’497 Arbeitsstellen (+20,5 Prozent) bei den übrigen Finanzfirmen (vgl.  Grafik   1). Die hohen Zuwächse dürfen indessen nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich die Nachfragesituation im 3. Quartal 2014 merklich abgekühlt hat.

Die Zunahme der offenen Stellen bei den Banken geht fast ausschliesslich auf die Credit Suisse (CS) und die Migros Bank zurück, während die meisten anderen Finanzinstitute ihr Jobangebot zurückgefahren haben oder auf gleichem Niveau halten. In der Assekuranz suchen vor allem die grossen Versicherungen (AXA, Baloise, Mobiliar und Zurich) sowie einige Krankenkassen, namentlich die CSS, am meisten Personal.

Markanter Personalbedarf bei der Credit Suisse
Die UBS hatte Ende September 2014 insgesamt 359 offene Positionen gegenüber 403 Jobs Anfang Jahr (-11,0 Prozent). Der anhaltende Rückgang bei der grössten Schweizer Bank ist im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass der Konzern die nötigen Anpassungen schon viel früher vollzogen hat und jetzt mit einem austarierten Geschäftsmodell die optimalen Personalressourcen besitzt. Der operative Erfolg der UBS in diesem Jahr gibt ihr recht.

Die Credit Suisse wies Ende September 2014 total 396 offene Stellen aus, gegenüber 261 Jobs zu Jahresbeginn (+51,7 Prozent). Offenbar scheint die Bank ihre Geschäftsstrategie noch nicht gefunden zu haben, so dass der Personalbedarf anhaltend hoch ist. Die Zunahme zeigt sich vor allem im Bereich Private Banking & Wealth Management, wo nun vorwiegend hoch qualifizierte Leute, wie Kundenberater, Product Manager und Projektleiter, gesucht werden. Allein im September kamen 90 neue Stellen hinzu (vgl.  Grafik   2).

Verhaltener war die Entwicklung bei den übrigen Banken: Hatten sie Anfang 2014 total 543 Stellen offen, so waren es Ende September 2014 noch 746 Jobs (+37,4 Prozent). Allerdings hat sich auch hier die Nachfrage in den vergangenen Monaten deutlich abgeschwächt. Offensichtlich zwingen die hohen Kosten für Compliance und Risk Management zahlreiche Finanzinstitute zum Sparen.

Rückgang seit Mitte Jahr
Mit Blick auf die einzelnen Bankengruppen (ohne UBS und CS) sind es die Regional-­‐ und Retailbanken, die mit 192 offenen Stellen am meisten Personal suchen (+47,7 Prozent seit Anfang 2014) sowie die Kantonalbanken mit 188 ausgeschriebenen Stellen (+26,2 Prozent).

Die Auslandbanken hatten Ende September 185 ausgeschriebene Stellen gegenüber 126 Positionen Anfang 2014 (+46,8 Prozent). Bei den Privatbanken stieg die Zahl der zu besetzenden Stellen von 91 per Anfang 2014 auf 129 Jobs Ende Juni. Dies entspricht einem Plus von 41,8 Prozent. Seit Mitte Jahr ist allerdings bei allen Bankengruppen ein klarer Rückgang zu beobachten (vgl.   Grafik   3).

So sind beispielsweise bei der Raiffeisen-Gruppe die offenen Stellen in den vergangenen Monaten von 95 auf 66 gesunken. Bei den Schweizer Privatbanken sank das Job-Angebot von 142 auf 129. Dies war vor allem in der Stadt Genf spürbar, wo Pictet und Lombard Odier zusammen die Zahl ihrer offenen Stellen von 51 auf 40 reduzierten.

Die Auslandbanken lieferten ein gemischtes Bild: Mehrheitlich war zuletzt eine starke Reduktion zu beobachten – Institute wie CIC Schweiz, J. Safra Sarasin, Coutts International, Crédit Agricole (Suisse), HSBC Private Bank und J.P. Morgan reduzierten ihr Angebot an offenen Stellen teilweise markant. Dies ist nicht zuletzt auf die verschiedenen Verkäufe von Kundenvermögen (Asset-Deals) an Schweizer Institute zurückzuführen.

Im Gegensatz dazu nahm bei der Falcon Private Bank und der LGT Bank Schweiz die Zahl der Stellenausschreibungen zu.

Die Entwicklung im 3. Quartal 2014
Nach einem insgesamt 18-monatigen Anstieg der Mitarbeiter-­‐Nachfrage fand Mitte Jahr eine Trendwende statt. Diese würde noch deutlicher ausfallen, wenn nicht die CS und die Migros Bank ihre Suchanstrengungen in dieser Zeit massiv erhöht hätten.

In den vergangenen drei Monaten (Juli, August und September) nahm die Zahl der offenen Stellen in der Bankbranche nur noch um 4,2 Prozent zu. Bei den Versicherungen betrug das Plus 5,0 Prozent, während die übrigen Finanzfirmen (Wirtschaftsprüfung, IT, Beratung, etc.) eine Zunahme der offenen Stellen von 3,7 Prozent auswiesen.

Hatte die gesamte Finanzbranche (Banken, Versicherungen und übrige Finanzfirmen) Ende Juni 4’116 offene Stellen, so waren es Ende September 4’291 (+4,3 Prozent).

Weitere Angaben finden Sie auf: http://www.finews.ch sowie http://www.jobdirectory.ch. (Finews/mc/ps)

Der Finanzjob-Index
Der Finews-JobDirectory-Index zeigt die Entwicklung aller online ausgeschriebenen Arbeitsstellen in der Finanzbranche der Schweiz und Liechtenstein. Dafür werden die Angebote von 1‘400 Firmen ausgewertet. Der Index wird alle drei Monate vom Schweizer Finanzportal finews.ch mit Daten des Portals JobDirectory.ch der Fenom AG veröffentlicht.

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