Barclays prüft wohl Kauf des Rivalen Standard Chartered

John McFarlance
John McFarlane, Chairman bei Barclays. (Foto: Barclays)

London – Die britische Grossbank Barclays hat einem Bericht zufolge eine mögliche Übernahme des Konkurrenten Standard Chartered durchgespielt. Dies sei Teil von weitreichenden Strategieüberlegungen gewesen, die die Bank auf Druck eines aktivistischen Investors durchgegangen sei, berichtete die «Financial Times» am Mittwoch unter Berufung auf zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen. Bei diesen Gedankenspielen habe der Verwaltungsratsvorsitzende John McFarlane eine mögliche Kombination mit der vor allem in Asien und Afrika stark vertretenen Standard Chartered favorisiert.

Er sei von Gerry Grimstone, der im Aufsichtsgremium für die internationalen Geschäfte zuständig ist, unterstützt worden. Es habe auch Gespräche zwischen Vertretern der beiden Banken gegeben, aber weder einen formellen noch informellen Vorstoss mit konkreten Zahlen. Vertreter der beiden Banken kommentierten den «FT»-Bericht auf Anfrage der Nachrichtenagentur Bloomberg nicht. Die Aktie von Standard Chartered legte in Hongkong nach der Veröffentlichung des Berichts um bis zu 6,5 Prozent zu. Das Plus bröckelte zuletzt aber wieder etwas ab.

Standard Chartered ist an der Börse derzeit etwas mehr als 25 Milliarden Pfund (28,5 Mrd Euro) wert – Barclays kommt auf eine Marktkapitalisierung von zirka 36 Milliarden Pfund. Dem «FT»-Bericht zufolge ist die mögliche Übernahme der Standard Chartered eine von vielen Ideen des als aktivistisch bekannten Investors Edward Bramson, der seit März über seinen Fonds Sherborne Investors mit knapp fünf Prozent der Aktien einer der grössten Anteilseigner von Barclays ist. Neben möglichen Fusionsszenarien gehörten unter anderem weitere Kürzungen im Kapitalmarktgeschäft zu seinen Forderungen. (awp/mc/ps)

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