BB Biotech schreibt im 3. Quartal Verlust

Daniel Koller
Daniel Koller, Head Investment Management BB Biotech. (Foto: BB Biotech)

Zürich – Für die Beteiligungsgesellschaft BB Biotech ist das dritte Quartal 2020 eher ernüchternd gewesen. Nachdem das zweite Quartal noch stark verlaufen war, verzeichnete die Gesellschaft für den Zeitraum Juli bis September einen Verlust von 395 Millionen Franken.

Das lag in etwa auf Vorjahresniveau, wie BB Biotech am Freitag mitteilte. Für die ersten neun Monate blieb dank der guten Performance im ersten Semester dennoch ein Gewinn von 26 Millionen Franken unter dem Strich übrig. Zum Vergleich: Im Vorjahreszeitraum hatte der Gewinn noch 172 Millionen Franken betragen.

Entsprechend fällt auch die Entwicklung beim Inneren Wert des Portfolios (NAV) auf Sicht von neun Monaten besser aus als im dritten Quartal. Dieser stieg in Franken um 3 Prozent, in Euro um 3,7 Prozent und in US-Dollar um 8,3 Prozent. Für das dritte Quartal war er dagegen in allen drei Währungen klar negativ.

Die Fokussierung auf Small- und Mid-Cap-Unternehmen aus der Biotechbranche habe einen negativen Effekt auf die Quartalsperformance von BB Biotech gehabt, wie es in der Mitteilung weiter hiess.

Gewisse Ernüchterung bei Investoren
Während mit dem Ausbruch der Pandemie der Biotechsektor ins Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit und der breiten Investorengemeinde gerückt sei, versuche das Managementteam der Beteiligungsgesellschaft auch jenseits von Covid-19 erfolgreiche Unternehmen auszumachen.

Generell hätten einige Unternehmen in der Biotechbranche zwar von Fusions- und Akquisitions-Aktivitäten profitiert. Gleichzeitig sei zuletzt bei Investoren aber eine gewisse Ernüchterung eingetreten, was die Suche nach verschiedenen Corona-Behandlungen betreffe, hiess es in der Mitteilung weiter. Das habe den Sektor in den letzten Wochen tendenziell eher belastet.

US-Wahlen werfen Schatten voraus
Zudem werfe die US-Präsidentschaftswahl ihre Schatten voraus. Anleger hätten angesichts der bereits laufenden Briefwahl damit begonnen, Kapital aus dem Sektor abzuziehen, obwohl den Debatten über Medikamentenpreise weniger Aufmerksamkeit geschenkt werde also sonst.

Gleichzeitig blühe der Markt für Börsengänge weiter auf. Dagegen hätten kleinere und mittelgrosse bereits notierte Biotechunternehmen derzeit zu kämpfen.

Für den Rest des Jahres gehen die Experten der Gesellschaft davon aus, dass einige Unternehmen aus dem Portfolio mit wichtigen Daten und Themen von sich reden machen werden. So dürfte das US-Unternehmen Moderna voraussichtlich erste Wirksamkeitsdaten seiner COVE-Studie zu mRNA-1273 vorlegen, in deren Rahmen etwa 30’000 Probanden im Abstand von 28 Tagen geimpft werden. Die grossflächigere Auslieferung des Impfstoffs könnte Unternehmensangaben zufolge im ersten Quartal 2021 beginnen, sofern die vollständige Zulassung vorliege. (awp/mc/pg)

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