Bellevue rechnet mit Gewinneinbruch im Halbjahr

André Rüegg
André Rüegg, CEO Bellevue Group und Bellevue Asset Management. (Foto: zvg)

Zürich – Der Vermögensverwalter Bellevue rechnet für das erste Halbjahr mit einem voraussichtlich um 35 bis 40 Prozent tieferen Gewinn. Im Vorjahr hatte die Gesellschaft mit 22,5 Millionen Franken allerdings ein Rekordergebnis erzielt.

Zahlreiche Unsicherheiten belasten das Geschäft. Die Verlangsamung der Geschäftsentwicklung sei insbesondere auf die Marktturbulenzen wegen der Abkehr von der expansiven Geldpolitik, auf Inflationsängste sowie auf die geopolitischen Unsicherheiten zurückzuführen, teilte der Asset Manager am Dienstag mit. Zudem habe eine tiefere Nachfrage nach kleinen und mittelgrossen Unternehmen mit grosser Innovationskraft im Gesundheitssektor – der Anlageexpertise von Bellevue – auch im ersten Halbjahr 2022 angehalten. Dies sei bereits im vierten Quartal 2021 spürbar gewesen.

Betreute Kundenvermögen rückläufig
Die anhaltenden Marktverwerfungen hätten zu tieferen betreuten Kundenvermögen geführt. Die Gesellschaft rechnet daher mit einem um rund 15 bis 20 Prozent tieferen operativen Ergebnis. Zudem schmälerten marktbedingte, unrealisierte Anlageverluste auf eigenen Produkten und Finanzanlagen für Beteiligungsprogramme das Halbjahresgewinn um weitere 20 Prozent. Die Kundenbasis sei indes jedoch stabil geblieben.

Für das Gesamtjahr geht Bellevue angesichts der unsicheren geopolitischen Lage sowie der weiterhin sehr hohen Marktvolatilität von einer «verhaltenen» Geschäftsentwicklung aus. Die mittel- bis langfristigen Wachstumsperspektiven blieben jedoch intakt.

Die Gewinnwarnung der Gruppe basiert auf intern vorliegenden Mai-Zahlen, wie es hiess. Das Halbjahresergebnis soll am 28. Juli publiziert werden. (awp/mc/ps)

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