Brüssel blockiert Fusion Deutsche Börse mit NYSE

Joaquín Almunia

EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia.

Hamburg – Die Deutsche und die New Yorker Börse müssen ihre Fusionspläne nach einem Pressebericht endgültig begraben. Die EU-Kommission wird den Zusammenschluss zwischen Deutscher Börse und NYSE Euronext verbieten, berichtet die «Financial Times Deutschland» am Donnerstag. Formal wird erst am 1. Februar abgestimmt.

In einem Vortreffen am Dienstag hätten aber bereits 25 der insgesamt 27 Kommissare gegen den Zusammenschluss zur weltgrössten Börse votiert, berichtet das Blatt ohne Angaben von Quellen. Die Transaktion hätte ein Volumen von 9,5 Milliarden Dollar gehabt. «Für uns ist es schwer nachzuvollziehen, dass die zuständige Generaldirektion für Wettbewerb in der Europäischen Kommission die globale Dimension des schon bestehenden und sich rasant weiterentwickelnden Wettbewerbs auch auf dem Börsensektor zu negieren scheint», hatte der Aufsichtsratsvorsitzende der Deutschen Börse, Manfred Gentz, bereits am Dienstagabend beim Neujahrsempfang der Deutschen Börse AG in Eschborn gesagt.

Setzt sich Almunia durch?
Ein Aus für die Übernahme würde bedeuten, dass sich EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia mit seiner Meinung durchgesetzt hat. Seiner Meinung nach haben die Deutsche und die New Yorker Börse zusammen ein Monopol im europäischen Derivatehandel inne. Beide würden nach einem Zusammenschluss mehr als 90 Prozent der börslich gehandelten Derivate in Europa auf sich vereinen. Dass aber mehr als 90 Prozent aller weltweit gehandelten Derivate ausserbörslich – also direkt zwischen Käufer und Verkäufer – gehandelt werden, blendet Almunia aus. (awp/mc/ps)

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