Cembra Money Bank mit leichtem Gewinnanstieg

Robert Oudmayer
Robert Oudmayer, CEO Cembra Money Bank. (Foto: zvg)

Zürich – Die Cembra Money Bank weist für das vergangene Geschäftsjahr 2017 einen leicht höheren Gewinn aus. Die Kreditsumme des Konsumkreditinstituts legte auch dank mehrerer Übernahmen deutlich zu. Das Zinsergebnis wurde allerdings weiterhin von der Mitte 2016 erfolgten Senkung des Maximalzinssatzes belastet, dafür profitierte die Bank von einem starken Wachstum im Kreditkartengeschäft.

Der Reingewinn im Geschäftsjahr 2017 belief sich auf 144,5 Mio CHF, was einem Anstieg von 1% entspricht, wie die Cembra Money Bank am Donnerstag mitteilte. Die Aktionäre erhalten nun eine um 10 Rappen erhöhte Dividende von 3,55 CHF je Aktie. 2016 hatte Cembra allerdings zusätzlich zur ordentlichen Dividende noch eine Sonderdividende von 1 CHF zwecks Rückführung von Überschusskapital ausgerichtet.

Gestiegener Nettoertrag
Insgesamt erzielte das Kreditinstitut einen um 1% angestiegenen Nettoertrag von 396,3 Mio CHF. Der Zinserfolg, der fast drei Viertel des Nettoertrags ausmacht, bildete sich dabei um 5% zurück. Das Geschäft bekam weiter die im Juli 2016 erfolgte Senkung der Höchstzinssätze auf 10% für Konsumkredite und 12% für Kreditkartenüberzüge zu spüren.

Dagegen profitierte die Bank im Kommissionserfolg (+17%) von deutlich höheren Gebühreneinnahmen im Kreditkartengeschäft, wo die Cembra unter anderem gemeinsam mit der Migros die Cumulus-Kreditkarte ausgibt. Insgesamt hätten die Leute ihre Kreditkarten zu Lasten von Bargeld-Zahlungen häufiger benutzt, sagte CEO Robert Oudmayer an der Bilanzmedienkonferenz in Zürich.

Nettoforderungen auf Rekordwert
Die Nettoforderungen der Bank gegenüber Kunden stiegen im vergangenen Jahr um 12% auf einen Rekordwert von 4,6 Mrd CHF, wovon 8% auf Akquisitionen entfielen und 4% auf organisches Wachstum. Die ausstehenden Privatkredite erhöhten sich dabei um 4%. Das Privatkredit-Portfolio habe per Ende des Jahres „bereits grossmehrheitlich unter dem neuen Höchstzinssatz“ gelegen, so Cembra.

Die Forderungen im Bereich Fahrzeugfinanzierungen stiegen um 18% an, wobei zum grössten Teil die per Ende November erfolgte Akquisition der EFL Autoleasing ins Gewicht fiel. Die Nettoforderungen im Bereich Kreditkarten verzeichneten ein starkes Wachstum von 17%, die Zahl der ausgegebenen Kreditkarten erhöhte sich um 10% auf rund 803’000.

Weitere Akquisitionen gesucht
Nach den jüngsten Akquisitionen hat die Cembra Money Bank mehrere Partnerschaften abgeschlossen. So wurden im Bereich der Fahrzeugfinanzierung Vereinbarungen etwa für Harley-Davidson Motorräder und für Tesla in der Schweiz getroffen. Im Kreditkartenbereich startet das Institut nun auch eine Kooperation mit dem zum Migros-Konzern gehörenden Einrichtungshaus Interio.

Auch im laufenden Jahr bleibe Cembra an Übernahmen interessiert, bekräftigte CEO Oudmayer. Dies hänge allerdings davon ab, ob geeignete Akquisitionsziele am Markt erhältlich seien. Sollte die Kapitalquote des Instituts (CET 1) wieder über 20% ansteigen, so seien auch wieder Sonderausschüttungen an die Aktionäre wie im vergangenen Jahr denkbar, sagte er. Per Ende 2017 wies Cembra eine Kapitalquote bei 19,2% aus.

Aktie legt zu
Im Ausblick für das laufende Geschäftsjahr 2018 gaben sich die Cembra-Verantwortlichen zurückhaltend. Unter „Annahme eines unveränderten ökonomischen Umfelds“ gehen sie von einem „Ergebnis zwischen 4,80 und 5,10 CHF je Aktie“ aus (2017: 5,13 CHF). Der Ertrag dürfte wegen der Akquisitionen und einem wachsenden Kreditkartengeschäft weiter zulegen, bei einem höheren Personalbestand und Investitionen in die Digitalisierung sei aber auch ein höherer Geschäftsaufwand zu erwarten.

Am Aktienmarkt ist das über den Analystenprognosen ausgefallene Ergebnis am Donnerstag positiv aufgenommen worden, allerdings vermerkten die Analysten auch die „unerwartet konservative Guidance“ des Unternehmens. Am Ende gingen die Papiere 2,2% höher aus dem Tag bei 88,65 CHF. (awp/mc/pg)

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