Cembra Money Bank will neue Wachstumschancen nutzen

Holger Laubenthal
Holger Laubenthal, CEO Cembra Money Bank. (Foto: Cembra)

Zürich – Die Cembra Money Bank gibt sich eine neue Strategie für die kommenden vier Jahre. Die Konsumkreditbank, die den Wegfall der Migros als Kreditkartenkunden verwinden muss, will neue Wachstumschancen wie etwa im aufkommenden «Buy now, Pay Later»-Geschäft ergreifen.

Die Bank werde nun im Rahmen ihres «Operational Excellence-Programms» das Betriebsmodell vereinfachen, teilte Cembra im Vorfeld des Investorentags am Dienstag mit. Die Änderungen erforderten bis 2025 Investitionen in Höhe von 55 Millionen Franken. Sie sollen ab 2026 zu jährlichen Kosteneinsparungen von mindestens 30 Millionen Franken führen – ab 2024 sollen sie dann positive Auswirkungen auf das Nettoergebnis zeigen.

Neue Trends
Cembra sei in einem attraktiven Markt tätig, auf dem eine robuste und wachsende Nachfrage herrscht, gibt sich das Unternehmen überzeugt. Die Pandemie habe die die Umstellung von Bargeld auf andere Zahlungsmöglichkeiten beschleunigt. Cembra wolle nun vom Trend hin zu flexibleren Zahlungs- und Finanzierungsoptionen profitieren, die direkt in den Kaufprozess eingebettet sind – das sogenannte «embedded finance».

Im Kreditkartengeschäft will Cembra auch nach Beendigung der Migros-Partnerschaft vorwärts machen: Im ersten Quartal 2022 soll eine neue Self-Service-App starten. Cembra werde zudem eine neue, eigene Kreditkarte mit innovativen Dienstleistungen und attraktiven Funktionen auf den Markt bringen.

Eigenkapitalrendite sinkt vorübergehend
Die Eigenkapitalrendite werde wegen der Beendigung der Migros-Partnerschaft und den Investitionen in den kommenden Jahren auf 13 bis 14 Prozent sinken, schreibt Cembra: Ab 2024 soll wieder ein Wert von 15 Prozent erreicht werden.

Das Aufwand-Ertrag-Verhältnis soll laut den neuen Zielen bis 2023 mit etwa 50-52 Prozent weitgehend unverändert bleiben. Ab 2024 soll die Kennzahl allmählich auf unter 39% sinken.

Die Zielvorgabe für die Tier-1-Kapitalquote belässt die Bank bei 17 Prozent. Alles darüber hinausgehende Kapital werde zur Finanzierung von Wachstum verwendet oder an die Aktionäre ausgeschüttet, so die Mitteilung weiter.

Dividende unverändert
Weiter erwartet Cembra, dass die Dividende für 2021 3,75 Franken betragen wird. Danach erwartet das Unternehmen basierend auf einem nachhaltigen Gewinnwachstum eine steigende Dividende, die jeweils mindestens auf der Höhe des Vorjahres liegen werde.

Für das laufende Geschäftsjahr 2021 rechnet Cembra vor allem dank einer weiteren Erholung des Kreditkartengeschäfts und einer «ausgezeichneten Verlustquote» mit einem Reingewinn zwischen 159 Millionen und 162 Millionen Franken. Im Vorjahr hatte die Bank einen Gewinn von 153 Millionen erzielt. (awp/mc/ps)

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