CFT bezahlt trotz tieferem Gewinn höhere Dividende

Patrick Combes
Patrick Combes, CEO und VRP Compagnie Financière Tradition AG. (Foto: CFT)

Lausanne – Der Westschweizer Finanzbroker Compagnie Financière Tradition (CFT), der weltweit eine breites Angebot von an Finanz- und an Rohstoffmärkte gekoppelte Produkte verkauft, hat im vergangenen Geschäftsjahr weniger verdient. Dafür massgeblich verantwortlich war die von US-Präsident Donald Trump lancierte Steuerreform, die Anpassungen auf den bilanzierten Steuerpositionen ausgelöst hat. Die operative Profitabilität konnte CFT aber steigern, wovon auch die Aktionäre profitieren.

Im Geschäftsjahr 2017 hat CFT nach Abzug von Minderheitsanteilen einen Reingewinn in Höhe von 46,4 Mio CHF erzielt. Das entspricht einem Rückgang um 7,4%, wie die Gruppe am Freitag mitteilte. Der operative Gewinn nahm hingegen um 4,8% auf 63,1 Mio zu und die entsprechende Marge verbesserte sich um 0,4 Prozentpunkte auf 7,9%.

Steuerreform belastet
Grund für den Rückgang des Reingewinns war auch die US-Steuerreform, die das Ergebnis mit 3 Mio CHF belastete. CFT musste mit Blick auf die Reform die Position latenter Steuern wertberichtigen. Zähle man ungünstige Währungsentwicklungen dazu, dann ergäbe sich gar eine Belastung in Höhe von 14 Mio, fügte CEO und VR-Präsident Patrick Combes im Gespräch mit AWP an.

Den Aktionären wird trotz Gewinnrückgang eine zum Vorjahr um 50 Rappen auf 5,00 CHF je Aktie erhöhte ordentliche Dividende zur Zahlung vorgeschlagen. Das tiefere Ergebnis habe den Entscheid zur Ausschüttung nicht beeinflusst, sagte Combes. Er sieht die Dividendenerhöhung vor allem als Folge der derzeit positiven Entwicklung der Aktivitäten.

Auf eine erneute Ausschüttung von am Markt zurückgekauften Aktien («Treasury Shares»), wie dies CFT im vergangenen Jahr getan hat, verzichtet die Gruppe diesmal. Das bedeute aber nicht, dass man auch in Zukunft auf diese Form der Ausschüttung verzichten werde, hielt der CFT-Chef fest. Im letzten Jahr hatte die Gruppe für 25 Titel eine selbstgehaltene Aktie an die Aktionäre übertragen.

Geschäfte in Japan unter Druck
Die Umsatzzahlen sind bereits seit Ende Januar bekannt: Demnach ging der Umsatz leicht um 0,1% auf 802,5 Mio CHF zurück. Währungsbereinigt wurde hingegen ein Anstieg von 1,2% verbucht. Bereinigt (nicht-IFRS) wuchs der Umsatz von CFT auf 873,5 Mio von zuvor 870,1 Mio (+1,8% zu konstanten Währungen).

Die Region Europa, Naher Osten und Afrika ist nach wie vor der Hauptmarkt und trug 42% zum Gesamtumsatz bei, verglichen mit 30% aus Nord- und Südamerika sowie 28% in Asien/Pazifik. Dabei bleibt CFT mit einem Anteil von 18% am Weltmarkt nach BCG (35%) und TP ICAP (47%) der drittgrösste Finanzintermediär.

Der bereinigte Umsatz aus dem Interdealer-Brokerage-Geschäft (IDB) nahm zu konstanten Währungen um 2,9% zu und wuchs in Franken um 1,5% auf 846,0 Mio CHF. Dabei habe sich die Profitabilität des Hauptgeschäfts stabil entwickelt.

Die für Privatkunden vorgesehenen Aktivitäten des japanischen Brokers Gaitame.com litten unter der tiefen Volatilität an den Währungsmärkten, insbesondere beim Yen. Entsprechend ging der Umsatz dort um knapp einen Viertel auf 27,5 Mio CHF zurück.

Übernahmen möglich
Im Ausblick für 2018 gab sich CFT eher vage. So erklärte das Unternehmen, dass es noch zu früh sei, um für das Gesamtjahr eine klare Tendenz herauslesen zu können. Immerhin sei man im Januar und Februar mit jeweils mehr als 10% gewachsen.

CFT will dabei sowohl organisch, als auch über Zukäufe wachsen. Im zweiten Halbjahr 2017 sei es zwar nicht gelungen, Zukäufe zu realisieren. Die Verhandlungen mit potenziellen Zielen seien aber nach wie vor im Gange, versicherte Patrick Combes. Ziel ist es, das eigene Portfolio in einer Phase der fortgeschrittenen Branchenkonsolidierung zu vervollständigen. Derweil hat CFT im vergangenen Jahr netto 80 neue Mitarbeitende rekrutiert. (awp/mc/upd/pg)

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