Fisch Asset Management: Turbulenzen im US-Gesundheitssektor bieten Chancen

Fisch Asset Management: Turbulenzen im US-Gesundheitssektor bieten Chancen
Ute Heyward, Expertin für Wandelanleihen bei Fisch Asset Management

Zürich – Obwohl es noch 18 Monate bis zur US-Präsidentschaftswahl dauert, ist der Wahlkampf bereits in Gang gekommen. Die Diskussion über das wichtige Thema „Medicare for All“ sorgte für erhebliche Turbulenzen im US-Gesundheitssektor.

Die lebhafte politische Debatte über die Zukunft des gesamten Gesundheitssystems überschattete die positiven Gewinnveröffentlichungen im US-Gesundheitssektor. Entsprechend durchlebten Aktien aus dem US-Gesundheitssektor nach einer starken Performance im Jahr 2018 im bisherigen Jahresverlauf eine durchwachsene Zeit im Vergleich zum Gesamtmarkt. Die Volatilität im Sektor stieg im April deutlich an, als die Debatte in den Fokus rückte. Demzufolge fiel der S&P Healthcare Index am 17. April in den negativen Bereich, bevor er sich anschliessend wieder leicht in den positiven Bereich erholen konnte. Unseres Erachtens wird die Debatte über „Medicare for All“ zu erhöhter Ungewissheit und möglicherweise strengeren Regulierungen im Gesundheitssektor führen. Trotz der erwarteten höheren Volatilität bietet der US-Gesundheitssektor mittel- und langfristig nicht zu vernachlässigende Chancen, jedoch sollten Investoren die Risiken in der nahen Zukunft im Blick behalten.

Dazu sagt Ute Heyward, Expertin für Wandelanleihen bei Fisch Asset Management: „Aktuell haben wir in unseren Wandelanleihenstrategien unsere Übergewichtung in Medizintechnikunternehmen reduziert, da diese Firmen direkt unter der Unsicherheit im Sektor leiden. Ausserdem sind wir nicht in Krankenhausbetreibern oder Krankenversicherungsgesellschaften engagiert, denn diese sind von den Diskussionen unmittelbar betroffen. Bei Biotechnologieunternehmen sehen wir hingegen Potenzial aufgrund einer Reihe von strukturellen Themen. Biotechnologieunternehmen mit neuen und innovativen Therapien, insbesondere Gentherapien, bleiben für grosse Pharmaunternehmen, die weiterhin mit stagnierendem Wachstum, auslaufenden Patenten und in die Jahre gekommenen Blockbuster-Medikamenten zu kämpfen haben, attraktive Übernahmekandidaten. Wir gehen davon aus, dass sie ihre geringe Verschuldung und ihre hohen Cash-Bestände dazu nutzen werden, vielversprechende Biotechnologieunternehmen zu kaufen. Unser Augenmerk gilt daher diesen potenziellen Übernahmekandidaten.

Vom entsprechenden Aktienmarkpotenzial profitieren wir über Wandelanleihen. Die defensiven Eigenschaften von Wandlern sind insbesondere in diesem volatilen Umfeld, welches bis zur tatsächlichen Wahl anhalten kann, für Anleger von Vorteil. Aktuell bevorzugen wir Titel mit einem ausgewogenen Profil und einem soliden Bond Floor.“

Auch Anleiheinvestoren sollten die Diskussionen rund um den US-Gesundheitssektor genau verfolgen und ihr Portfolio darauf ausrichten. Maria Stäheli, Portfolio Managerin Corporate Bonds bei Fisch Asset Management, meint dazu: „Bisher ist unklar, ob es überhaupt Änderungen an der Gesundheitspolitik geben wird. Doch angesichts unserer Erwartung höherer Volatilität vor den Wahlen konzentrieren wir uns darauf, einzuschätzen, ob die aktuellen Credit Spreads aus fundamentaler Sicht und unter dem Gesichtspunkt potenzieller negativer Schlagzeilen einen geeigneten Puffer bieten. Derzeit sind wir bei Krankenversicherungen defensiv positioniert und meiden Emittenten aus dem High-Yield-Segment. Übergewichtet sind wir beispielsweise in defensiven Pharmaunternehmen, die einen unterdurchschnittlichen Anteil ihrer Umsätze in den USA erwirtschaften und vielversprechende Produkt-Pipelines haben. Gleichzeitig meiden wir Titel von Unternehmen, die möglicherweise für Akquisitionen ihren Verschuldungsgrad erhöhen würden. Schlussendlich fühlen wir uns weiterhin wohl mit denjenigen Medizintechnikunternehmen, bei denen wir günstige Bewertungen erkennen und mit positiven fundamentalen Entwicklungen rechnen, die wiederum Potenzial für die Heraufstufung der Ratings bieten.“

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