UBS mit bestem Quartalsergebnis seit der Finanzkrise

UBS mit bestem Quartalsergebnis seit der Finanzkrise
UBS-Sitz in Singapur. (Bild: UBS)

Zürich – Die UBS hat im ersten Quartal trotz Krieg in der Ukraine und vielen weiteren Unwägbarkeiten gut verdient. Die volatilen Märkte verhalfen dem Handelsgeschäft zu Rekordeinnahmen. Allerdings blieb die Grossbank in ihrem Kerngeschäft, der Vermögensverwaltung, etwas hinter den Erwartungen zurück.

In der Periode von Januar bis März 2022 legte die UBS das beste Quartal seit Beginn der Finanzkrise 2007 hin. Sie verdiente 2,14 Milliarden US-Dollar und damit rund 17 Prozent mehr als im bereits relativ guten ersten Quartal 2021. Der Gewinn übertraf die Schätzung von Analysten gemäss AWP-Konsens um mehr als ein Viertel.

Damit hebt sich die grösste Schweizer Bank ganz klar positiv von der problemgeplagten Credit Suisse ab, welche bereits einen Verlust für das Startquartal 2022 angekündigt hat. Laut Analysten liess die UBS mit der Performance aber auch andere europäische Wettbewerber und auch die US-Konkurrenz hinter sich zurück.

Handelsgeschäft mit Rekorderträgen
Dabei sorgten im ersten Quartal neben dem Einmarsch Russlands in der Ukraine auch coronabedingte Einschränkungen und Lockdowns oder auch verschlechterte Konjunkturaussichten für ein hohes Mass an Unsicherheit. Hinzu kamen die Sorgen über den starken Inflationsanstieg bzw. die Reaktionen der Zentralbanken darauf. «Unsere starken Ergebnisse zeigen, dass wir in der Lage sind, unsere Ziele auch in einem solchen Umfeld zu erreichen», sagte Konzernchef Ralph Hamers.

Die höhere Volatilität an den Finanzmärkten half der Bank allerdings auch. Sie sorgte unter anderem für einen Anstieg der Handelsvolumen, ausserdem musste die UBS für Kunden Risiken steuern und ihnen Zugang zu Liquidität beschaffen. Dies habe einen rekordhohen Ertrag im Bereich Global Markets eingebracht, besonders im Aktienhandel lief es laut Management rund. Gleichzeitig harzten die anderen Bereiche der Investment Bank wie beispielsweise das Kapitalmarktgeschäft etwas, hiess es dazu.

Kerngeschäft mit Gegenwind
Die globale Vermögensverwaltung und damit das Kerngeschäft der Bank fiel hingegen etwas unter den Erwartungen aus. Die Bank sprach von einer geringeren Kundenaktivität insbesondere im asiatischen Raum.

Auch nahmen die verwalteten Vermögen wegen der Kursrückgänge an den Aktienmärkten in der Tendenz klar ab. Die Bank verwaltete Ende März 4,4 Billionen Dollar. Mittelfristig will sie die Vermögen auf über 6 Billionen steigern. Neue Gelder flossen ihr im ersten Quartal 2022 aber zu; in der Kerndivision waren es netto fast 20 Milliarden.

Anleger sind vorsichtiger
Mit Blick in die Zukunft gibt sich die UBS indes zurückhaltend. Die Grossbank verwies am Dienstag mehrfach auf die bereits erwähnte gestiegene Unsicherheit und die vielen Fragezeichen bezüglich der weiteren Konjunkturentwicklung. Die Stimmung unter Anlegern sei im ersten Quartal vorsichtiger geworden, hiess es.

Einem grossen Kreditrisiko sieht sich der grösste Vermögensverwalter der Welt derweil nicht ausgesetzt. Aber die indirekten Auswirkungen durch den Ukraine-Krieg müssten weiterhin genau beobachtet werden – etwa mit Blick auf solche Kunden, die den hohen Energiepreisen ausgesetzt sind.

Mit Blick auf die hohe Inflation ist die UBS zwar mit steigenden Kosten konfrontiert, sie hält aber an Mittelfristzielen zur Kosteneffizienz und an den geplanten Einsparungen fest. Der hohe Kostenanteil in der Schweiz helfe der UBS hier ausnahmsweise, sagte Hamers, da die Teuerung hierzulande deutlich tiefer sei als in Europa oder den USA. (awp/mc/pg)

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