Corona verstärkt Bedenken rund um die um Altersvorsorge

Corona verstärkt Bedenken rund um die um Altersvorsorge

Winterthur – Viele Schweizerinnen und Schweizer zweifeln daran, sorglos in den Ruhestand gehen zu können. Durch die Corona-Pandemie hat sich die Sorge um die Altersvorsorge weiter verschärft, wie eine repräsentative Umfrage der AXA zeigt. Die Bedeutung der 3. Säule nimmt weiter zu.

Die Altersvorsorge beschäftigt die Schweizerinnen und Schweizer seit Jahren und steht regelmässig bei Sorgenbarometern ganz oben auf der Liste. Wie eine repräsentative Umfrage der AXA bei mehr als 1000 Personen in der Deutsch- und Westschweiz nun zeigt, befürchtet eine Mehrheit der Befragten, dass sich der Druck auf die Altersvorsorge aufgrund der wirtschaftlichen Herausforderungen im Zuge der Corona-Krise weiter verschärfen wird. Fast die Hälfte der Befragten macht sich denn auch mehr Sorgen um die eigene Vorsorgesituation, und rund ein Drittel von ihnen plant entsprechende Massnahmen oder hat diese bereits umgesetzt, wie etwa eine verstärkte Investition in die 3. Säule oder einen Einkauf in die 2. Säule.

Zwar geht knapp die Hälfte der Schweizer Bevölkerung zwischen 18 bis 65 Jahren davon aus, dass sie ihren gewohnten Lebensstandard im Alter aufrechterhalten können werde, doch nur jeder Fünfte ist zuversichtlich, dies aus der 1. und 2. Säule, also aus AHV und beruflicher Vorsorge, finanzieren zu können.

Die verbreitete Skepsis im Hinblick auf die zukünftige Rente aus der 1. und 2. Säule gründet insbesondere auf der steigenden Lebenserwartung, der stetigen Senkung der Umwandlungssätze in der beruflichen Vorsorge, dem fehlenden Vertrauen in die Politik bezüglich Altersvorsorge-Reform sowie den anhaltend tiefen Zinsen.

AHV- und BVG-Rente reicht für viele nicht mehr aus
Die Altersvorsorge in der Schweiz ist grundsätzlich so angedacht, dass die 1. und 2. Säule nach der Pension ein Renteneinkommen von rund 60% des letzten Einkommens garantieren sollen, um den gewohnten Lebensstandard auch im Alter aufrechterhalten zu können. Unterm Strich werden aber viele zukünftige Rentner aus der 1. und 2. Säule nicht mehr die ursprünglich geplanten 60 % des letzten Einkommens für den Ruhestand erreichen. Infolge der gestiegenen Lebenserwartung und des andauernden Tiefzinsniveaus sowie der damit verbundenen Herausforderungen in der AHV und beruflichen Vorsorge werden die Leistungen aus der 1. und 2. Säule zunehmend geringer.

Gleichzeitig sagt mehr als die Hälfte der Befragten, dass sie mindestens 60 % oder sogar mehr des letzten Einkommens benötigen würden, um den gewohnten Lebensstandard im Alter aufrecht erhalten zu können. Die Erwartungen an den Ruhestand sind also hoch, während die Leistungen der Vorsorgewerke laufend gestutzt werden.

Kristian Kanthak, Leiter Private Vorsorge der AXA Schweiz: «Damit künftige Rentner ihren gewohnten Lebensstandard weiterführen können, reicht es je nach Vorsorgelösung in vielen Fällen nicht mehr aus, nur auf die 1. und 2. Säule zu setzen. Die Mehrheit der Befragten ist sich der zunehmenden Eigenverantwortung bewusst und sieht sich selber mindestens genauso in der Pflicht wie den Staat oder Arbeitgeber, für ausreichend finanzielle Mittel nach der Pensionierung vorzusorgen. Entsprechend hoch ist das Bedürfnis, selbständig im Rahmen der 3. Säule zusätzliches Geld anzusparen, um die zunehmend grösser werdende Lücke in der Altersvorsorge zu schliessen».

Säule 3a: Wertschriftenfonds immer beliebter
Aktuell geben rund drei Viertel der 18 bis 65-Jährigen an, in der Säule 3a zu sparen. Dies ist ein leichter Anstieg im Vergleich zu 2019 (+4 Prozentpunkte). Gemäss Umfrage entscheidet sich die Mehrheit der Vorsorgesparer nach wie vor für eine klassische 3a-Lösung, knapp 30 Prozent setzen auf eine Wertschriftenlösung wie einen Vorsorgefonds. Allerdings hat der Anteil derjenigen, die sich für eine Wertschriftenlösung mit entsprechend höherem Renditepotenzial entscheiden, seit 2019 von 17 Prozent auf 29 Prozent deutlich zugenommen (+ 12 Prozentpunkte).

Die häufigsten Gründe, weshalb jemand nicht auf eine Wertschriftenlösung setzt, ist gemäss AXA Umfrage der weitverbreitete Eindruck, sich zu wenig mit dem Thema auszukennen oder dass Wertschriften weniger sicher seien.

Kristian Kanthak: «Wer seine private Vorsorge auf einem klassischen Konto parkiert, erhält heutzutage meist nur 0,2 % oder weniger an Zins gutgeschrieben. Insbesondere bei längerfristigem Anlagehorizont bieten 3a-Lösungen im Sinne eines Wertschriftenfonds mit einem entsprechenden Aktienanteil deutlich mehr Renditepotenzial. Rechnet man die Zinseszinsen hinzu, ermöglicht das eine substantiell höhere Rente im Alter. Viele Vorsorgesparer könnten das Potenzial der 3. Säule also noch deutlich besser nutzen.»

Mehrheit befürwortet Ausbau der 3. Säule
Eine klare Mehrheit der Befragten spricht sich für zusätzliche Möglichkeiten beim individuellen Vorsorgesparen aus: So befürwortet die Mehrheit der Befragten eine Erhöhung des Maximalbeitrags in die 3. Säule. Ebenso würde es eine Mehrheit der Befragten begrüssen, auch nachträglich, also rückwirkend für ein früheres Jahr, in die 3. Säule einzahlen zu können. Besonders hoch ist hierbei die Zustimmung bei Frauen, die aktuell in einem reduzierten Pensum arbeiten oder früher Teilzeit gearbeitet haben. Zudem sprechen sich 90 % aller Befragten für eine Öffnung der 3. Säule für Hausmänner und Hausfrauen aus. Bis heute können nur Erwerbstätige in die 3. Säule einzahlen.

Mangelnde Kenntnis über die persönliche Vorsorge-Situation
Obschon die Altersvorsorge bei vielen Menschen in der Schweiz Bedenken oder Sorgen auslöst, wissen gemäss AXA-Umfrage mehr als zwei Drittel der Befragten nicht, mit wie viel Rente sie im Alter überhaupt rechnen können. Bei den jüngeren Personen unter 35 Jahren sagen mehr als 80 %, dass sie keine Vorstellung ihrer zukünftigen Rentenauszahlung haben, und selbst in der Altersgruppe der 56 bis 65-Jährigen – also jenen, die bereits relativ kurz vor der Pensionierung stehen – gibt noch jede dritte Person an, überhaupt keine oder nur eine grobe Vorstellung davon zu haben, wie viel Rente sie später erhalten würde. Mehr als 70 % der Befragten würden eine klarere Übersicht über sämtliche Leistungen aus der 1., 2. und 3. Säule begrüssen. (AXA/mc/pg)

AXA

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