Crédit Agricole verkauft Private-Equity-Sparte

Jean-Paul Chifflet

Jean-Paul Chifflet, Generaldirektor Crédit Agricole.

Paris – Die französische Grossbank Crédit Agricole hat einen Käufer für ihr Beteiligungsgeschäft gefunden. Die Private-Equity-Sparte soll an den britischen Finanzinvestor Coller Capital gehen, wie die Bank am Freitag in Paris mitteilte. Durch den Verkauf baut sie 900 Millionen Euro Bilanzrisiken ab. Zum Preis machte das Unternehmen keine Angaben. Das Geschäft soll im ersten Viertel 2012 abgeschlossen werden.

Crédit Agricole kündigte an, sich künftig bei der Vergabe von Beteiligungskapital auf französische Geschäfte konzentrieren zu wollen. Im zu Ende gehenden Jahr rechnet die Bank wegen wegen Milliardenabschreibungen in Spanien und Portugal mit einem Verlust. Das Institut hatte am Mittwoch mitgeteilt, 2.350 Stellen vor allem im Investmentbanking zu streichen. Angesichts der Staatsschuldenkrise in der Eurozone hatte die Bank bereits Ende September angekündigt, die Risiken deutlich reduzieren zu wollen. Auf diese Weise soll der Refinanzierungsbedarf um bis zu 52 Milliarden Euro sinken.

Vertrauensverlust
Die französischen Grossbanken litten zuletzt stark unter einem Vertrauensverlust wegen ihres starken Engagements in den Schuldenstaaten der Eurozone. Sie hängen bei der Sicherung ihrer Liquidität besonders stark vom Geldmarkt ab. US-Fonds hatten aus Angst vor einer weiteren Verschärfung der Schuldenkrise viel Geld bei französischen Banken abgezogen. Vor diesem Hintergrund stufte die Ratingagentur Moody’s die Kreditwürdigkeit von Crédit Agricole vor einer Woche zum zweiten Mal seit September ab. Beim europäischen Banken-Stresstest hatte das Institut hingegen gut abgeschnitten. Die Bankenaufsichtsbehörde EBA sieht bei Crédit Agricole keinen neuen Kapitalbedarf. (awp/mc/ps)

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