Credit Suisse aktualisiert langfristige Investmenttrends

Klima
(Photo by Kristof Rasschaert on Unsplash)

Zürich – Die Ausbreitung des Coronavirus ist eine beispiellose globale Bedrohung, die unser Denken, Arbeiten und unseren Lebensstil langfristig verändern wird – und auch die Anleger vor noch nie dagewesene Marktbedingungen stellt. Vor diesem Hintergrund hat die Credit Suisse ihr jährliches Update zu den «Supertrends» – eine Aufstellung langfristiger, themenspezifischer Aktienanlagen – veröffentlicht. Die bisherigen fünf Investmenttrends bleiben bestehen und werden neu durch den Supertrend «Klimawandel» ergänzt. Die COVID-19-Pandemie hat dabei einen Einfluss auf alle Trends.

Die vor drei Jahren lancierten Supertrends der Credit Suisse legen den Fokus auf mehrjährige gesellschaftliche Trends, von denen angenommen wird, dass sie zu rasch wachsenden Investmentopportunitäten führen. Jeder dieser Investmenttrends identifiziert Aktien von Unternehmen, von denen erwartet wird, dass sie aufgrund dieser Trends eine überdurchschnittliche Performance erzielen dürften. Gleichwohl sind die wesentlichen gesellschaftlichen, politischen, wirtschaftlichen und ökologischen Aspekte, denen sie gewidmet sind, im stetigen Wandel. So wurden auch die durch die COVID-19-Pandemie verursachten Veränderungen im heute veröffentlichten Supertrends-Bericht berücksichtigt.

«Unser bisheriger Alltag ist durch die Coronavirus-Pandemie zum Erliegen gekommen. Diese Krise stellt bestehende Systeme und Strukturen auf die Probe, indem uns die Grenzen unserer gegenwärtigen Lern-, Arbeits- und Lebensweise aufgezeigt werden, und bereitet so den Boden für den zukünftigen Wandel. Da sich unsere Supertrends mit den uns umgebenden Veränderungen weiterentwickeln, glauben wir, dass sie überzeugende Anlagethemen für heute und morgen bleiben», erklärt Michael Strobaek, Global Chief Investment Officer der Credit Suisse.

Beschreibung der aktualisierten langfristigen Investmenttrends:

«Klimawandel – hin zu einer treibhausgasfreien Wirtschaft» beruht auf der Tatsache, dass Unternehmen, die am effektivsten zum Übergang zu einer weniger CO2-intensiven Weltwirtschaft beitragen, aus Anlegersicht besonders attraktiv sind. Der durch den COVID-19-Ausbruch ausgelöste wirtschaftliche «Lockdown» hat die vom Menschen verursachten Treibhausgasemissionen in mehreren Regionen wesentlich reduziert – was die mögliche Entwicklung hin zu einer künftig kohlenstofffreien nachhaltigeren globalen Wirtschaft zeichnet. Zu den zentralen Sektoren, auf die sich dieser Investmenttrend konzentriert, gehören die kohlenstofffreie Stromerzeugung, das Transportwesen, die Pioniere des Wandels der Öl- und Gasindustrie sowie die Landwirtschaft und Lebensmittelerzeugung.

«Besorgte Gesellschaften – inklusiver Kapitalismus» reflektiert die Entwicklung, dass die Unzufriedenheit und Besorgnis der Bevölkerung zunehmend Belange im eigenen Land tangiert – allen voran Ungleichheiten. Ebenso berücksichtigt dieser Supertrend die Tendenz hin zum verstärkten Bedürfnis der persönlichen Sicherheit. Die Credit Suisse verfolgt mit einem neu geschaffenen Index, ob die Besorgnis zu- oder abnimmt. Die Coronavirus-Pandemie hat aufgezeigt, dass die tatsächlich auftretenden Gefahren globaler Natur sind und sowohl multilaterale Zusammenarbeit als auch individuellen Schutz erfordern.

«Silver Economy – in den demografischen Wandel investieren»: Die alternde Bevölkerung dürfte noch viele Jahre für Geschäftsopportunitäten sorgen und die Anlageperformance bestimmen. Die Bevölkerungsalterung dürfte insbesondere in den Schwellenländern in einer Geschwindigkeit fortschreiten, die noch von vielen unterschätzt wird.

«Infrastruktur – Lücken schliessen»: Infrastrukturinvestitionen stehen weiterhin am Rande einer Boomphase. Lücken machen sich vielerorts bemerkbar, da die «alten» Volkswirtschaften Mühe bekunden, sowohl bestehende als auch neue Bedürfnisse zu befriedigen, wozu auch das Streben nach mehr Nachhaltigkeit zählt. Gleichzeitig schreitet die Urbanisierung in den «neuen» Volkswirtschaften mit rasantem Tempo voran. Die Erwartung niedriger und sogar negativer Zinsen über längere Zeit dürfte für die richtigen Investitionsanreize sorgen. Da die Sorgen um den Klimawandel auch in der breiteren Bevölkerung Beachtung finden, dürften starke regulatorische und politische Katalysatoren dem Thema zusätzlichen Auftrieb verleihen.

«Technologie im Dienste der Menschheit»: Die anhaltende technologische Innovation sowie die durch die Coronavirus-Krise aufgedeckten Herausforderungen machen den Technologiesektor weiterhin zu einem attraktiven Anlagebereich. Die Treiber dieses Anlagethemas – sowohl im Hinblick auf die Nachfrage als auch auf den technologischen Fortschritt – dominieren unverändert, und die Unternehmen, auf die dieser Trend abzielt, dürften in den kommenden Jahren davon profitieren.

Nachhaltigkeit bleibt ein zentrales Thema für «Werte der Millennials», dazu gehört unter anderem auch verantwortungsbewusster Konsum. Die Ökonomen der Credit Suisse wenden Umwelt-, soziale und Governance-Kriterien (ESG-Kriterien) auf die gesamte Aktienauswahl dieses Supertrends an. Da die Gesundheit unter den Millennials ebenfalls einen hohen Stellenwert einnimmt, wächst die Nachfrage nach gesunden, nachhaltig produzierten Nahrungsmitteln: die sogenannte «Planetary Diet». Nebst dem Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft nehmen die Credit Suisse-Ökonomen deshalb auch nachhaltig produzierte Nahrungsmittel in dieses Anlagethema auf. (CS/mc)

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