Credit Suisse: Gewinn bleibt in Q3 hinter den Erwartungen zurück

Brady Dougan
Blooberg & Bernhard Bauhofer Credit Suisse

CS-CEO Brady Dougan. (Foto: CS)

Zürich – Die Credit Suisse (CS) hat im dritten Quartal 2013 unter den zum Teil schwierigen Marktbedingungen gelitten und ein Resultat klar unter den Erwartungen ausgewiesen. Vor allem das Investment Banking hat geschwächelt, während das Vermögensverwaltungsgeschäft die Erwartungen einigermassen erfüllt hat. Der Umbau wird nun beschleunigt: es werden nicht-strategische Einheiten geschaffen und die dadurch freiwerdenden Ressourcen sollen in den Ausbau renditestarker Geschäftsfelder investiert werden. Die CS-Aktie büsste wegen der schwachen Zahlen aber deutlich an Wert ein.

Die Bank hat im Berichtsquartal einen Konzerngewinn von 454 Mio CHF erwirtschaftet, dies im Vergleich mit 1’045 Mio im Vorquartal bzw. 254 Mio im Vorjahr oder einem AWP-Konsens von 803 Mio. Die Eigenkapitalrendite betrug damit 4,3% nach 10,2% im Vorquartal, wie die CS am Donnerstag mitteilte.

Konzernchef Brady Dougan liess seine Enttäuschung zum unbefriedigenden Ergebnis nur zwischen den Zeilen durchblicken. «Durch unsere anhaltende Kostendisziplin sowie unser effizientes Kapitalmanagement ist es uns gelungen, die Auswirkungen der schwierigen Marktbedingungen im dritten Quartal 2013 abzufedern», sagte er.

Gewinn im Investment Banking 70 % tiefer als im Vorquartal
Der Vorsteuergewinn im Investment Banking fiel im Vergleich zum Vorjahr um fast 70% auf noch 229 Mio. Während die Erträge um ein Viertel einbrachen, konnte der Aufwand nur um 12% vermindert werden, entsprechend stieg das Aufwand-/Ertragsverhältnis auf fast 91% von 78%.

Die schwierigen Bedingungen am Anleihenmarkt hätten durch ein gutes Ergebnis im Aktiengeschäft nicht wettgemacht werden können, so die CS. Während das dritte Quartal jeweils saisonal bedingt schon relativ schwach ist, haben vor allem die Unsicherheiten im Zusammenhang mit der US-Geldpolitik das Geschäft der Banken zusätzlich erschwert.

Bessere Geschäfte im Private Banking & Wealth Management
Besser lief es für die CS in der Vermögensverwaltungseinheit (Private Banking & Wealth Management): Dort erreichte die zweitgrösste Schweizer Bank einen Vorsteuergewinn von 1’018 Mio CHF (Q2 917 Mio). Die Verantwortlichen sprachen von höherer Profitabilität und Fortschritten in der Kostenkontrolle bei anhaltend tiefen Zinsen und saisonal bedingt geringer Kundenaktivität.

So konnten Netto-Neugelder von 8,1 Mrd CHF mit «hohen Zuflüssen» im Asset Management bei Produkten mit hoher Marge und aus den Emerging Markets sowie im UHNWI-Kundensegment verbucht werden. Mit etwas Enttäuschung aufgenommen wurden allerdings die lediglich 3,2 Mrd CHF im eigentlichen Vermögensverwaltungsgeschäft, wobei hier weiter Abflüsse vor allem in Frankreich und Deutschland belasteten. Die Bruttomarge fiel dabei zum Vorquartal um 6 bzw. zum Vorjahresquartal um 5 auf 105 Basispunkte, was ebenfalls für etwas Ernüchterung bei Beobachtern sorgte.

Kostensparziel auf über «4,5 Mrd Franken» erhöht
Weitere Fortschritte erzielte die CS laut eigenen Angaben hingegen auf der Kostenseite. Die annualisierte Kostenreduktion zum Ende des dritten Quartals erreichte 3,0 Mrd (Basis: erstes Halbjahr 2011), Ende des zweiten Quartals waren es erst 2,7 Mrd CHF gewesen. Das vor zwei Jahren aufgestellte Kostenreduktionsziel sieht für Ende 2015 neu Einsparungen von «über 4,5 Mrd CHF» vor (bisher: 4,4 Mrd), wobei vor allem noch das Private Banking und die Infrastruktur Einsparungen bringen sollen.

Auch hinsichtlich Kapitalisierung macht die Bank vorwärts. Die sogenannte Look-through Swiss Core Capital Ratio etwa verbesserte sich auf 11,4% (Ende H1 10,4%), die Quote des harten Kernkapitals (CET1) nach Basel III erhöhte sich auf 10,2%. Die Quoten berücksichtigen den Angaben zufolge auch eine Abgrenzung in den ersten neun Monaten 2013 für die Ausschüttung einer Bardividende.

Ausgeglichenere Kapitalzuordnung erhofft
Aufgrund der weiterhin schwierigen Bedingungen – auch regulatorischer Natur – will die Bank ihren Umbauprozess aber forcieren. Sie schafft entsprechend in beiden Divisionen jeweils eine nicht-strategische Einheit und will damit Kapital und Kosten in gewissen Bereichen beschleunigt reduzieren und die Ressourcen für den Ausbau laufender Geschäfte und die Wachstumsbereiche verwenden. So soll etwa das Zinsgeschäft restrukturiert und vereinfacht werden, auch wenn es ein Schwerpunkt bleiben soll. Insgesamt erwartet die CS durch die Schaffung der neuen Einheiten eine weitere Reduktion der Gesamtbilanz und der risikogewichteten Aktiven.

Dadurch soll auch die Kapitalzuordnung zwischen den beiden Divisionen, die derzeit noch deutlich zugunsten des Investment Bankings ausfällt, ausgeglichener werden. Die Bank geht damit einen ähnlichen Weg wie die UBS, die den Fokus schon vor einiger Zeit verstärkt hin zur Vermögensverwaltung gelenkt hat. Der neueste Schritt der CS wird denn bei Analysten auch mehrheitlich begrüsst. (awp/mc/pg)

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