Credit Suisse (Schweiz) soll im Oktober oder November Betrieb aufnehmen

Thomas Gottstein
Thomas Gottstein, CEO Credit Suisse (Schweiz) AG. (Foto: CS)

Thomas Gottstein, designierter CEO Credit Suisse (Schweiz). (Foto: CS)

Zürich – Die Credit Suisse sieht sich auf Kurs mit dem Aufbau der Rechtseinheit für die Schweiz, der Credit Suisse (Schweiz) AG. Das sei derzeit sicherlich das wichtigste Thema auf seiner Liste, sagte Thomas Gottstein, CEO der Swiss Universal Bank, in einem Interview mit der «Handelszeitung» (Mittwochausgabe) laut Vorabmeldung.

An einem Wochenende im Oktober oder November soll die Credit Suisse Schweiz AG operativ sein. Am 10. Mai anlässlich der Zahlenvorlage zum ersten Quartal hatte es geheissen «voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2016». An der Bestellung des Verwaltungsrates sei man «dran», so Gottstein.

Das LECH-Projekt, wie es intern genannt wird, koste mehrere Hundert Millionen Franken. Das Mammutprojekt betreffe 1,4 Millionen Kunden und 10’000 Mitarbeiter in der Schweiz sowie 1’200 IT-Systeme und -Applikationen.

Gottstein ist seit Oktober 2015 Chef der Schweizer CS-Einheit. «Eine meiner besten Entscheidungen war: Kein vorschneller Umbau der grundsoliden Schweizer Universalbank, stattdessen Kontinuität bei der Aufstellung und der Struktur», resümiert er die vergangenen Monate. Ein Umbau hätte nur Unruhe gebracht sowie Zeit gekostet und sei auch nicht notwendig gewesen.

IPO für 2017 vorgesehen
Der IPO für einen Teil der Schweizer Einheit ist weiterhin für 2017 vorgesehen. «Daran wollen wir festhalten», so Gottstein. Als «grossen Vorteil» sieht er dabei, dass die Credit Suisse (Schweiz) AG dann eigenständig vom Markt bewertet wird. Sie werde eine sehr solide Schweizer Bank sein, die den Aktionären eine gute Dividende zahlt, sagte er auf die Frage, wieso man die Aktien der Tochter künftig kaufen sollte.

Zuversichtlich zeigte sich Gottstein – trotz des schwierigen Umfelds – auch, das angekündigte Mittelfristziel eines Vorsteuergewinns von 2,3 Mrd CHF bis 2018 zu erreichen. «Man darf sich nicht von kurzfristiger Volatilität leiten lassen.» Es dauere, sich neu aufzustellen. «Jetzt stehen wir in der Bringschuld und müssen Resultate liefern.» Das werde sich dann auch auf den Aktienkurs auswirken, gab er sich überzeugt. Er verwies gleichzeitig aber auch die generelle Schwäche des europäischen Bankensektors seit Anfang Jahr.

In den nächsten 18 Monaten sieht er indes «keine Zukäufe im grossen Stil». Aber: «Danach haben wir mehr Möglichkeiten, etwas bezüglich Akquisitionen zu unternehmen.» Jedes Jahr würden ungefähr zehn Banken in der Schweiz im Rahmen der Konsolidierung verschwinden. Dieser Trend werde anhalten. (awp/mc/ps)

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