CS droht Ärger wegen Mezzanine-Programm

Brady Dougan
Brady Dougan CEO der Credit Suisse

CS-CEO Brady Dougan.

Zürich – Der Markt für verbriefte Mezzanine-Programme steht in Deutschland offenbar vor einem Scherbenhaufen. Betroffen davon sei neben verschiedenen Instituten auch die Credit Suisse Group, schreibt das Magazin „Impulse“ in der Februar-Ausgabe. Die Bank habe Zertifikate des Mezzanine-Programms PREPS (Preferred Pooled Shares) verkauft.

Gemäss dem Artikel sollen Klagen von vermögenden Privatanlegern gegen die Credit Suisse beim Landgericht Frankfurt anhängig sein, heisst es im Beitrag weiter. Von der Bank war dazu zunächst keine Stellungnahme erhältlich. Standard-Mezzanine-Produkte erfreuten sich in Deutschland bis 2007 grosser Beliebtheit. Danach brach die Nachfrage als Folge der Finanzkrise ein. Das verbriefte Hybrid-Kapital liess sich nicht mehr auf dem Markt platzieren.

Anlegern drohen herbe Verluste

Die CS war mit der Verbriefungs-Plattform PREPS in diesem Markt präsent. Diese bietet gemäss Angaben der CS aus dem Jahr 2005 grösseren Unternehmen die Möglichkeit, wirtschaftliches Eigenkapital indirekt über den Kapitalmarkt aufzunehmen. Zudem ermögliche PREPS institutionellen Investoren und Privatanlegern in den Mittelstand breit diversifiziert zu investieren, heisst es weiter. Anleger in solche Produkten drohen gemäss „Impulse“ herbe Verluste, weshalb sie nun via Gerichte Schadenersatz fordern würden. Dabei habe ein Wiesbadener Anwalt bereits im vergangenen Jahr die Rückabwicklung eines PREPS-Engagements der CS erstritten.

Mischfinanzierung

Von 2004 bis 2007 wurde gemäss Impulse an rund 500 Unternehmen nach standardisierten Kriterien und zu günstigen Konditionen Mezzanine-Programme im Umfang von 4,3 Mrd EUR verliehen. Mit der Mezzanine-Finanzierung – der Begriff stammt von italienischen Architekten und steht für ein Zwischengeschoss zwischen zwei Hauptgeschossen – wollten Banken insbesondere KMU die Beschaffung von Wachstumskapital erleichtern, ohne dass dadurch die Eigentumsverhältnisse tangiert werden. Mezzanine-Kapital ist eine Mischfinanzierung aus Eigen- und Fremdkapital. Unternehmen können es in verschiedenen Formen bekommen, zum Beispiel als nachrangige Darlehen. (awp/mc/ps/15)

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