CSS bleibt auf Wachstumskurs und bezahlt 2021 mehr Leistungen

Philomena Colatrella
Philomena Colatrella, Vorsitzende der Konzernleitung CSS. (Foto: CSS)

Luzern – Der Krankenversicherer CSS hat im letzten Jahr den bereits grossen Kundenbestand weiter ausgebaut und mehr an Prämien eingenommen. Gestiegen ist allerdings auch der Schaden- und Leistungsaufwand, zum Teil als Folge der Corona-Pandemie. Das drückte auf das Ergebnis.

Die Prämieneinnahmen des schweizweit grössten Grundversicherers sind im Jahr 2021 um 0,6 Prozent auf 6,55 Milliarden Franken gestiegen, wie die CSS am Mittwoch mitteilte. Allein in der Krankenversicherung (KVG) nahm die CSS 5,24 Milliarden Franken (+2,4%) ein. In der Zusatzversicherung (VVG) und der Unfallversicherung (UVG) zusammen gingen die Prämien hingegen um gut 6 Prozent zurück.

Auf der Gegenseite stieg der Schaden- und Leistungsaufwand um 1,4 Prozent auf 5,99 Milliarden Franken, wobei die Leistungen in der Grundversicherung um 5 Prozent zunahmen. Ausgaben zur Pandemie, wie Impfkosten, sowie Mehrkosten im ambulanten Bereich (u.a. in der Physiotherapie) hätten den Aufwand in die Höhe getrieben, so die CSS.

Zur Erinnerung: Im 2020 sorgten die Auswirkungen der Pandemie dafür, dass das langjährige Kostenwachstum kurzfristig gedrosselt wurde. Nicht nur die CSS, sondern auch die Konkurrenz hatte davon profitiert.

Gewinn sinkt
Der Kostenanstieg im vergangenen Jahr führte dazu, dass das Ergebnis im Versicherungsgeschäft der CSS um 38 Prozent auf 110 Millionen Franken zurückfiel. In der Grundversicherung verschlechterte sich die Combined Ratio, also die Schäden und Kosten im Verhältnis zu den Prämien, auf über 100 Prozent und so schloss sie das Jahr gar mit Verlust ab.

Der Anteil der Verwaltungskosten sei auf Gruppenebene aber trotz des Kundenwachstums leicht auf 7,5 Prozent der Einnahmen gesenkt worden, hält die CSS fest. Dies sei dank Massnahmen zur Steigerung der Effizienz möglich gewesen. Die Digitalisierung und Automatisierung der Prozesse schreite weiter voran, heisst es.

Unter dem Strich sank der Unternehmensgewinn der CSS auf 106 Millionen Franken von 155 Millionen im 2020. Das sehr gute Ergebnis mit den Kapitalanlagen habe man dazu genutzt, um die Rückstellungen für die Anlagerisiken zu erhöhen, schreibt der Krankenversicherer. Die Anlagerendite hat sich im sehr guten Börsenjahr 2021 auf 5,2 Prozent mehr als verdoppelt.

Kundenwachstum hält an
Wie bereits in den Jahren zuvor hat die CSS weitere Kunden dazugewonnen. Per Anfang 2022 seien 64’891 neue Kundinnen und Kunden zur Grundversicherung gestossen. Zugleich sei die Kündigungsquote so tief wie zuletzt im Jahr 2013 ausgefallen. Mit total 1,51 Millionen Grundversicherten erreichte die CSS einen neuen Rekord im KVG. Gruppenweit zählt sie rund 1,68 Millionen Versicherte. (awp/mc/pg)

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