Deloitte rechnet mit bis zu 900’000 Kassenwechseln
Bern – Das Beratungsunternehmen Deloitte rechnet laut einer aktuellen Umfrage mit einem Wechsel der Krankenkasse von 600’000 bis 900’000 Versicherten. Die jährlich wiederkehrenden Prämienerhöhungen haben die Bevölkerung preissensitiver gemacht, wie das Unternehmen schreibt.
Mehr als die Hälfte der befragten Versicherten habe angegeben, jährlich ihre Krankenversicherung zu überprüfen, schrieb Deloitte in der am Freitag veröffentlichten Auswertung. 18- bis 29-Jährige sowie Personen aus der Westschweiz und dem Tessin würden dies überdurchschnittlich häufig tun.
Die Umfrage führte das Meinungsforschungsinstitut Yougov im Auftrag des Beratungsunternehmens im dritten Quartal 2026 durch. Insgesamt nahmen 1236 Personen aus der Deutschschweiz, der Westschweiz und dem Tessin daran teil.
Finanzielle Sorgen
Fast die Hälfte der Teilnehmenden erwägt demnach bei einer möglichen Prämienerhöhung von 20 Franken pro Monat einen Wechsel des Krankenversicherers. Vor einem Jahr lag dieser Anteil noch bei etwas mehr als einem Drittel, wie die Auswertung zeigte. In der aktuellen Befragung gab rund ein Viertel der Teilnehmenden an, Schwierigkeiten zu haben, die Prämien zu bezahlen. Mehr als der Hälfte der Befragten bereiteten die Krankenversicherungsprämien finanzielle Sorgen.
Personen mit geringen Kenntnissen zum Thema Krankenversicherung seien besonders von finanziellen Sorgen und Zahlungsschwierigkeiten betroffen, schrieb Deloitte. Zwar schätzten 88 Prozent der Befragten ihre Kenntnisse zum Krankenversicherungssystem als durchschnittlich bis sehr gut ein. Doch habe nur knapp die Hälfte der Teilnehmenden vier Wissensfragen zum Thema korrekt beantwortet.
Künstliche Intelligenz zur Unterstützung
Künstliche Intelligenz (KI) spielt für Versicherte bei Fragen rund um die Versicherung noch eine untergeordnete Rolle. Jede achte Person gab an, KI zur Informations- und Entscheidungshilfe beizuziehen. Dieser Anteil dürfte steigen. Rund ein Viertel der Befragten plant laut den Umfrageresultaten, KI zu Versicherungsfragen zu konsultieren.
Die Krankenkassenprämien steigen für das Jahr 2027 voraussichtlich um durchschnittlich 5 Prozent. Die mittlere Monatsprämie für die obligatorische Krankenversicherung steigt im kommenden Jahr um 19.70 Franken auf 412 Franken, wie das Bundesamt für Gesundheit am Dienstag mitteilte. Als Hauptgrund für den Anstieg gelten mehr Behandlungen pro Patientin und Patient sowie höhere Tarife. (awp/mc/pg)