Der Moneycab-Börsenblog: Aixtron – Protektionismus pur

Der Moneycab-Börsenblog: Aixtron – Protektionismus pur

Der Blick an die Börse von Robert Jakob.

In einem sind sich Barack Obama und Donald Trump einig: Geht es um die wirtschaftlichen Interessen der USA, wird wenn nötig internationales Recht gebeugt. Wahrscheinlich hat der scheidende Präsident dem Dossier Aixtron gerade einmal 10 Sekunden gewidmet, als es ihm seine Berater vorlegten. Er hat zwar bis zum 2. Dezember Zeit, eine Empfehlung für oder gegen die angeblich sicherheitsrelevante Übernahme (Moneycab-Börsenblog vom 7.11.) des deutschen Anlagenbauers Aixtron durch die chinesische GCI abzugeben. Er wird aber sein Veto einlegen. Denn so hat es ihm das Komitee für ausländische Investoren CFIUS empfohlen.

Diese Behörde prüft die Auswirkungen von ausländischen Investitionen in US-amerikanische Unternehmen auf die nationale Sicherheit. Die Behörde wird vom Finanzministerium gesteuert. Auch das Handelsministerium hat dort neben dem Verteidigungsministerium seinen Vertreter sitzen.

Obama kann zwar die Übernahme nicht direkt verhindern, aber die USA können dem deutschen Unternehmen, das über seine Filiale im kalifonischen Sunnyvale 20 Prozent seines Umsatzes generiert, das Leben zur Hölle machen. Das CFIUS und seine Helfershelfer können Waterboarding für Unternehmen betreiben. Die Behörde hatte dem Philips-Konzern sogar mit Importbeschränkungen gedroht und dadurch im Januar 2016 verhindert, dass die Niederländer ihre Sparte Lumileds nach China verkaufen. Auch hier ging es um LED-Technologien, also genau um die Branche, in der Aixtron tätig ist.

Dass Aixtron und GCI an ihren Plänen festhalten, ist rechtens und auch verständlich. Denn die Übernahme durch die viel stärkeren Chinesen ist für Aixtron fast so nötig, wie die Luft zum Atmen. Aber das schert Amerika wenig, denn mit einer Blockade der Übernahme kann es die heimische LED-, Laser- und Solarindustrie schützen. Da Trump in den nächsten Jahren den Protektionismus auf die Spitze treiben wird, können sich europäische Firmen bereits jetzt auf einiges an weiterem Ungemach einstellen.

Nur die deutsche Regierung kann die Aixtron-Übernahme offiziell verbieten, nicht die amerikanische. Leider ist zu befürchten, dass sich die Kanonenbootpolitik der USA durchsetzt. Denn Deutschland wird den diplomatischen Beziehungen zu den Amerikanern mehr Gewicht beimessen, als dem wirtschaftlichen Überleben eines mittelständischen Hightech-Unternehmens. Die Börse hat ihre Meinung schon gemacht und taucht Aixtron gerade mit dem Kopf unter Wasser.

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Zum Autor:
Robert Jakob ist promovierter Naturwissenschaftler und Buchautor, arbeitete sowohl in der Grundlagenforschung als auch für Verlage, Versicherungen und Banken. Seit Jahrzehnten ist der Kommunikationsspezialist ein ausgewiesener Kenner der Finanzszene und leitete nicht nur die Redaktion des Swiss Equity Magazins, sondern auch ein Team von Aktienanalysten.

Aixtron

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