Der Moneycab-Börsenblog: Investmentsteuergesetz – Giftpille für Anleger

Der Moneycab-Börsenblog: Investmentsteuergesetz – Giftpille für Anleger

Der Blick an die Börse von Robert Jakob.

Investmentfonds sind immer noch zu teuer. Die meisten Fonds kratzen mit ihren hohen Gebühren an der 2%-Marke. Das ist viel zu viel in Zeiten von Negativ- und Mickrig-Zinsen. Anleger merken das an der Performance. Wenn jedes Jahr zwei Prozent an den Fondsmanager fliessen und 28,5% an den Staat in Form von Abgeltungssteuer (Soli und Religionssteuer inklusive), kann nichts Gescheites mehr übrig bleiben. Die jährliche Rendite geht inflationsbereinigt auf die Null. Ab 2018 wird nun eine weitere Runde in der Enteignung des Mittelstandes eingeleitet.

Still und heimlich geht das Investmentsteuergesetz (InvStG) in Deutschland in die Neufassung. Und die wird es in sich haben. Aus dem Referentenentwurf lässt sich bereits die Stossrichtung erkennen: Der Altbestandschutz der Anleger wird ausgehebelt und der Bürger soll in die Gebührenfallen Riesterrente und Rüruprente gedrängt werden.

Hatten Ende des letzten Jahrzehnts noch die Investmentfondsmanager den rechtzeitigen Kauf Ihrer Produkte mit der Steuerbefreiung vor der drohenden Abgeltungssteuer schmackhaft gemacht und der Staat diesen Altbestandschutz garantiert, so will man jetzt davon plötzlich nichts mehr wissen. Ab 2018 soll der Bestandschutz schlagartig wegfallen. Von da an, werden alle auflaufenden Kursgewinne mit 26,375 Prozent (Abgeltungssteuer plus mindestens der Soli) zusätzlich belastet. Gemindert werden soll der Wortbruch zwar durch einen Freibetrag. Dieser dürfte aber bald einmal aufgebraucht sein. Denn der Freibetrag ist nicht inflationsgeschützt. Konkret wird den vorsorgenden Bürgern ein weiterer Teppich unter den Füssen weggezogen.

Schmackhaft macht das Finanzministerium diesen Coup mit einer Vernebelungstaktik. Die sogenannte „Teilfreistellung“ soll verschleiern, dass im InvStG2018 auf Ebene der Fonds neu auch eine KSt von 15% plus Soli  abgeführt werden muss, obwohl die Einnahmen gleich darauf beim Anleger erneut  versteuert werden (diesmal mit 25% plus Soli etc.). Das sind schon mal über 40% auf einen Schlag.  Besitzern von Aktienfonds etwa soll nun im Gegenzug ein 30%iger Abschlag, die sogenannte Teilfreistellung, auf die finale Abgeltungssteuer gewährt werden, was angeblich das durch die Neuerungen zugefügte Leid in etwa kompensiere.   Wetten,  dass die Höhe der Teilfreistellungen auf Dauer fraglich bleiben wird! Rechtsunsicherheit ist wieder mal die Folge des Gewurschtels. Verschwiegen wird aber bei all diesen Nebelpetarden, dass der Investmentfondsbesitzer  gleichzeitig mit einer „Vorabpauschale“ als Steuerzahler in Vorleistung tritt. Das ist Geld, das ihm ohnehin enggeschnürten Säckel fehlt. Je länger die Haltdauer eines Fonds, desto unangenehmer wird sich das bemerkbar machen. Fazit: Der Griff nach den mühsamen Ersparnissen der Bürger geht bald in die nächste Runde. Ausweichen kann man nur noch durch geschickte Finanzplanung (siehe unten).

In Ergänzung seines Bestsellers „100 ganz legale Börsentipps und –tricks“ (4. überarbeitete Auflage) hat der Finanzanalyst Robert Jakob seinen neusten Ratgeber veröffentlicht.

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Noch nie seit dem 2. Weltkrieg haben die staatlichen Autoritäten dermassen stark und willkürlich nach dem Privatvermögen ihrer Bürger gegriffen. Unter dem Deckmantel von Terrorismusbekämpfung, Bankenrettung, ja sogar sozialer Gerechtigkeit, geht es unverblümt ans Portemonnaie. Die Hände, die danach grabschen werden immer länger, weil mit offenen Armen ausgegeben wird, was gerade erst eingenommen wurde. Hilflos kommt sich der „Steuerbürger“ vor, nein teilweise verhöhnt, wenn er sieht, was mit seinem Geld angerichtet wird. Für das wenige, das er besitzt, bekommt er noch nicht einmal einen anständigen Zins. Verständlich, dass er händeringend nach Auswegen sucht. Die Rettungswege werden immer enger, länger und sind oft mit vielerlei Hindernissen verstellt. Aber diese Schwierigkeiten kann man aus dem Weg räumen, und daher gibt es eine Rettung für das sauer verdiente Ersparte. Genau davon handelt dieses Buch.

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Zum Autor:
Robert Jakob ist promovierter Naturwissenschaftler und Buchautor, arbeitete sowohl in der Grundlagenforschung als auch für Verlage, Versicherungen und Banken. Seit Jahrzehnten ist der Kommunikationsspezialist ein ausgewiesener Kenner der Finanzszene und leitete nicht nur die Redaktion des Swiss Equity Magazins, sondern auch ein Team von Aktienanalysten.

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