Der Moneycab-Börsenblog: Lindt, Barry, Nestlé – Schweizer Schokolade läuft immer

Der Moneycab-Börsenblog: Lindt, Barry, Nestlé – Schweizer Schokolade läuft immer

Der wöchentliche Blick auf die Wirtschaft von Robert Jakob:

Für Weihnachten sollte man sich etwas gönnen. Wie wäre es, wenn Sie sich eine Lindt-Aktie von Ihren Liebsten schenken lassen oder – noch edler – selbst verschenken? Diese kostet zurzeit gerade gut 73’000 Franken. Schweizer sind neben den Deutschen mit über 10 Kilogramm Verbrauch pro Kopf und Jahr die grössten Schokoladekonsumenten der Welt. Aus dem Speiseplan ist Schokolade nicht mehr wegzudenken und selbst in Afrika und Asien wächst die Fangemeinde. Der asiatische Kontinent ist es auch, der schon allein für Zuwachs sorgt. Hinzu kommt die wachsende kulinarische Nachfrage. Schokolade ist buchstäblich in aller Munde. Und eine krisenresistente Investition, denn auf den braunen Stoff will niemand verzichten. Allerdings muss es im Moment nicht gerade Lindt sein. Zumindest die Aktie ist heiss gelaufen und strebt einem schwindelerregenden KGV von 50 entgegen. Das macht sie anfällig für Rückschläge. In der letzten Finanz- und Wirtschaftskrise schmolzen auch die Lindt-Werte um die Hälfte ein.

Günstiger bewertet – und zwar auf Basis Kurs/Gewinn-Verhältnis – ist Barry Callebaut, der weltweit grösste Schokoladenproduzent. Die mehr als 50 Produktionsstätten produzieren Kakao-Produkte für über fünf Milliarden Franken. Dabei profitiert das Unternehmen vom Trend zu immer edleren Schokoladekreationen. Das Gourmet-Geschäft wächst besonders rasant. Hier spielt der Preis eine untergeordnete Rolle. Entsprechend gross ist der Gewinn. Und da Barry der grösste Zulieferer der Nahrungsmittelindustrie ist, bleibt sein Geschäft auch sehr krisensicher. Mit knapp über 1000 Franken ist die Stückelung der Aktie auch mundgerechter.

Wer es noch diversifizierter und einfacher haben will, der greift zu Nestlé. Mit einem KGV von 16 ist der Nahrungsmulti günstig bewertet und in der Folge einiger vorsichtiger Analystenkommentare zurzeit nicht allzu teuer an der Börse zu haben. Nestlé macht mehr als 10 Prozent seines Umsatzes mit Süssigkeiten. Gerade bei Schokolade zeigt man sich sehr innovativ und lancierte zum Beispiel als einer der Ersten sogar Schokoladeriegel mit Wasabi-Geschmack – für den japanischen Markt. Das muss vielleicht nicht der Trend für europäische Weihnachten sein. Aber Nestlé wird wegen seiner vielen Produktinnovationen organisch stramm weiterwachsen und ist bei einem Preis von 73 Franken vielleicht das im Vergleich zu Lindt tausend Mal passendere Weihnachtsgeschenk.

Zum Autor:
Robert Jakob ist promovierter Naturwissenschaftler und Buchautor, arbeitete sowohl in der Grundlagenforschung als auch für Verlage, Versicherungen und Banken. Seit Jahrzehnten ist der Kommunikationsspezialist ein ausgewiesener Kenner der Finanzszene und leitete nicht nur die Redaktion des Swiss Equity Magazins, sondern auch ein Team von Aktienanalysten.

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Robert Jakob

Erschienen im Verlag Ellert & Richter
ISBN: 978-3-8319-0594-2
216 Seiten
Format: 14 x 22 cm; Klappenbroschur
Preis: 16.95 EUR (D), 17.50 EUR (A)

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