Deutsche Bank und Commerzbank brechen Fusions-Gespräche ab

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Konzernzentrale der Deutschen Bank in Frankfurt. (Foto: Deutsche Bank)

Frankfurt am Main – Aus einer Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank wird nichts. Die Gespräche über einen Zusammenschluss seien ergebnislos beendet worden, teilten die Institute am Donnerstag in Frankfurt mit. Nach gründlicher Prüfung seien die Vorstände zum Schluss gekommen, dass ein Zusammenschluss „keinen ausreichenden Mehrwert bieten würde“, hiess es in getrennten Mitteilungen. Dies gelte „auch mit Blick auf die Umsetzungsrisiken, Restrukturierungskosten und Kapitalanforderungen, die mit einer solch grossen Integration einhergehen.“

Am 17. März hatten die beiden grössten Privatbanken Deutschlands öffentlich gemacht, dass sie miteinander die Möglichkeit eines Zusammenschlusses ausloten. Beide Seiten hatten jedoch betont, eine Fusion sei keineswegs ausgemachte Sache. Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing schrieb seinerzeit an die gut 90 000 Mitarbeiter des Dax -Konzerns: „Die Erfahrungen zeigen, dass es viele wirtschaftliche und technische Gründe geben kann, die einem solchen Schritt entgegenstehen können.“

Abbau von 30’000 Jobs befürchtet
Kritiker einer Fusion hatten vor allem einen gewaltigen Stellenabbau und mögliche Filialschliessungen als Argumente gegen die Banken-Hochzeit ins Feld geführt. 30’000 Jobs würde ein solcher Zusammenschluss kosten – so die Befürchtung der Gewerkschaft Verdi. Zudem haben die Institute zehn Jahre nach der Finanzkrise noch grosse Baustellen, etwa in der IT oder bei juristischen Altlasten. Daher gab es erhebliche Zweifel, ob eine Fusion wirklich Sinn ergeben würde.

Zwei Banken seit Jahren im Umbruch
Die Deutsche Bank müht sich seit Jahren, an frühere Milliardengewinne anzuknüpfen und schaffte 2018 nach drei Verlustjahren in Folge gerade so die Rückkehr in die schwarzen Zahlen. Skandale und Prozesse verschlangen über Jahre Milliarden, der Aktienkurs ist im Keller.

Die Commerzbank stieg im vergangenen Herbst in die zweite Börsenliga ab und ist ebenfalls seit Jahren im Umbruch. Bei der jüngsten Bilanzvorlage musste der Vorstand einräumen, dass das zehn Jahre nach der Finanzkrise noch immer teilverstaatlichte Institut bei der Senkung seiner Kosten noch nicht am Ziel ist. Zudem zeichnet sich ab, dass die Commerzbank entgegen der Planung auch 2020 noch wesentlich mehr Geld für einen Euro Gewinn aufwenden muss als mancher Konkurrent – etwa die bei Privatkunden in Deutschland äusserst erfolgreiche Direktbank ING .

Politiker wollen „nationalen Champion“
Führende Politiker allerdings wünschen sich schon lange einen „nationalen Champion“ auf dem deutschen Bankenmarkt – ein international wettbewerbsfähiges Institut, das mit den grossen Banken aus den USA und China dauerhaft mithalten kann. Seit vergangenem Sommer betonen Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) und sein Staatssekretär, der ehemalige Goldman-Sachs-Deutschlandchef Jörg Kukies, Deutschland brauche starke Banken.

Deutsche Bank verdient im 1. Quartal mehr als erwartet
Gleichzeitig mit dem Aus der Gespräche mit der Commerzbank veröffentlichte die Deutsche Bank ihre Resultate für das 1. Quartal 2019. Und dieses lief nicht so schlecht, wie von Analysten befürchtet. Der Gewinn nach Steuern belaufe sich voraussichtlich auf rund 200 Millionen Euro, kündigte der Dax-Konzern an. Ein Jahr zuvor hatte die Bank 120 Millionen Euro verdient. Analysten hatten im Schnitt mit einem Rückgang auf 55 Millionen Euro gerechnet.

Dabei federte die Bank einen Einbruch ihrer Einnahmen durch Einsparungen ab. Denn die Erträge sackten den Angaben zufolge im Jahresvergleich von knapp 7 Milliarden auf 6,4 Milliarden Euro ab. Durch das laufende Sparprogramm gingen die bereinigten Kosten der Bank allerdings von 6,35 Milliarden auf voraussichtlich 5,9 Milliarden Euro zurück. (awp/mc/pg)

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