Devisenberg der Nationalbank um 120 Mrd Franken gestiegen

Devisenberg der Nationalbank um 120 Mrd Franken gestiegen
Hauptsitz der Schweizerischen Nationalbank (SNB) in Bern. (Foto: SNB)

Zürich – Die Devisenreserven der Schweizerischen Nationalbank (SNB) haben letztes Jahr erneut massiv zugenommen. Mittlerweile sitzt die SNB auf einem Devisenberg von gegen 900 Milliarden Franken.

Gemäss provisorischen Zahlen sind die Fremdwährungsreserven der SNB im vergangenen Jahr umgerechnet in Schweizer Franken um rund 120 Milliarden gestiegen und lagen Ende Dezember bei 891 Milliarden Franken. Damit übertreffen die Devisenreserven die Höhe des Bruttoinlandproduktes (2019: 727 Mrd Fr.) um über einen Viertel. Die Schweiz ist damit unter den Industrieländern klar an der Spitze.

Erneut hohe Interventionen
Hintergrund für den jüngsten Anstieg sind vor allem die Fremdwährungskäufe der Nationalbank. Wegen den coronabedingten Verwerfungen an den Finanzmärkten musste die SNB besonders in der ersten Jahreshälfte am Devisenmarkt intervenieren, um einen allzu starken Anstieg des Frankens gegenüber Euro und Dollar und damit einen noch stärkeren Einbruch der Exporte zu verhindern.

Das Ausmass der Intervention im vierten Quartal ist zwar noch nicht bekannt, aber bis Ende September lag der Interventionsbetrag der SNB bei knapp über 100 Milliarden Franken. Damit ist bereits klar: die SNB-Interventionen waren noch nie so hoch wie im Coronajahr 2020. Im bisherigen Spitzenjahr 2015 hatte die SNB Devisen für 86,1 Milliarden Franken gekauft.

Interventionen am Devisenmarkt sind auch rund sechs Jahre nach der Aufgabe des Euro-Mindestkurses eines der wichtigsten Instrumente der SNB, um eine unerwünschte Aufwertung des Frankens zu vermeiden. Bekanntlich ist sie deswegen allerdings auch unter Druck gekommen, haben doch erst vor wenigen Wochen die USA die Schweiz auf ihre Liste von Währungsmanipulatoren gesetzt.

Anleihen und Aktien, Euro und Dollar
Die Devisenreserven der Nationalbank werden vor allem in Form von Anleihen und Aktien gehalten. Gemäss den verfügbaren Daten von Ende September waren es 70 Prozent Staatsanleihen, 10 Prozent sonstige Anleihen und 20 Prozent in Aktien.

Der grösste Teil der Devisenreserven machen dabei die Hauptwährungen Euro und Dollar aus. Auf die Gemeinschaftswährung entfielen zuletzt 40 Prozent, auf den „Greenback“ 36 Prozent. Mit grossem Abstand folgen dann der japanische Yen (8 Prozent), das britische Pfund (6 Prozent), der kanadische Dollar (3 Prozent) und sonstige Währungen (7 Prozent). (awp/mc/pg)

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